Anleger sollten aber weiterhin keine Buy-and-hold-Strategie fahren
Investoren setzen weiter auf Tech-Aktien

Experten sehen trotz immenser Kursgewinne noch keine Überhitzung des Bereichs. Die Ebay-Aktie gilt trotz ihrer hohen Bewertung als Favorit.

FRANKFURT/M. Am Scheideweg befinden sich derzeit die Technologie-Werte. Einerseits gelang ihnen seit März ein außerordentliches Comeback. Andererseits monieren Experten wie Michael Hartnett von Merrill Lynch die inzwischen hohen Bewertungen, weshalb er den gesamten Tech-Sektor mit „untergewichten“ einstuft. Weitaus größer ist jedoch die Zahl derer, die noch immer Potenzial sehen: Der Nachholbedarf der Unternehmen bei Software- und IT-Investitionen ist dafür ebenso ein Grund wie der gestiegene Appetit der Anleger auf mehr Risiko oder der neue Realitätssinn, der in den Vorstandsetagen der Tech-Unternehmen inzwischen Einzug gehalten hat.

Als keinesfalls schon überhitzt bezeichnet Karl Fickel von der auf Nebenwerte spezialisierten Fondsgesellschaft Lupus Alpha den Bereich der Tech-Aktien. „Die Situation im Frühjahr war viel verrückter, nun hat der Verstand wieder Oberhand gewonnen“, sagt er. Im Vorfeld des Irak-Kriegs notierten viele Tech- Werte wegen der Hysterie an den Märkten sogar unter ihren Cash-Positionen. Potenzial nach oben sei generell noch vorhanden, so Fickel. Wenn es mit der Konjunktur im kommenden Jahr wieder bergauf gehen sollte, dürften die großen Titel allerdings mehr profitieren als die kleinen. Zustimmung kommt von Andrew Lockhart von Dresdner Kleinwort Wasserstein: „Wir haben bisher erst einen kleinen Teil von dem aufgeholt, was vorher korrigiert wurde.“

Liebling der Experten ist derzeit der Bereich Software, wo Karl Fickel jede Menge Turn-around- Kandidaten sieht. „Diese Aktien haben beispielsweise im Vergleich zu Halbleiter-Werten zuletzt underperformed“, bestätigt DWS-Fondsmanager Andreas Kraft. Außerdem ist in dieser Branche das vierte Quartal generell das beste.

Auch Benny Müller von Goldman Sachs rät zu Software-Titeln. Grund dafür ist unter anderem, dass die Budgets für Software von den Firmen in diesem Jahr erstmals wieder ausgegeben werden. Bestes Beispiel hierfür war in den vergangenen Tagen erst SAP. Die Walldorfer gaben am Mittwoch völlig überraschend sehr positive vorläufige Zahlen zum dritten Quartal bekannt; der Aktienkurs schoss an diesem Tag um 12 % nach oben. „Mit einer derart positiven Entwicklung haben auch wir nicht gerechnet“, hieß es daraufhin vom Portfolio-Management des Bankhauses SEB.

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