Banger Blick auf die Zentralbanken
Gold lockt nicht nur die Spekulanten

Edelmetalle sind begehrt wie seit langem nicht mehr – und vieles deutet darauf hin, dass sich ihr Boom auch im Jahr 2004 fortsetzen wird. Während Gold nach einer Reihe erfolgloser Anläufe inzwischen über 400 $ je Feinunze notiert, erreichte Platin mit 825 $ pro Feinunze sogar ein 23-Jahreshoch.

HB KAPSTADT. Damit liegt es um 37 % über seinem Preis vor einem Jahr. Aber auch sein Schwestermetall Palladium scheint nach dem Sprung über die 200- Dollar-Marke vor einer Trendwende zu stehen. Selbst Silber ist im Schlepptau des hohen Goldpreises auf 5,68 $ je Unze geklettert – und damit auf das höchste Niveau seit über vier Jahren. Entsprechend optimistisch sind die meisten Experten für das kommende Jahr gestimmt.

„2004 könnte es noch besser kommen“, frohlockt Wolfgang Wrzesniok-Rossbach, Produktmanager für Edelmetalle bei der Dresdner Kleinwort Wasserstein in Frankfurt. Denn viele private und institutionelle Anleger hätten ihre Portfolios noch gar nicht mit Edelmetallen bestückt, was Spielraum nach oben lasse. Sollte der Dollar schwach bleiben, prognostiziert der Edelmetallspezialist für Gold ein Hoch von 435 $ je Unze. Platin sieht er dank der hohen Nachfrage bei 825 $. Und selbst für Palladium werden Höchststände um 280 $ prognostiziert.

Die Gründe für den Kursanstieg sind dabei von Metall zu Metall unterschiedlich: Gold profitiert in Phasen der Unsicherheit noch immer von seinem Ruf als Fluchtwährung. Die letzten beiden Jahren haben dies eindrucksvoll bewiesen. Weit wichtiger als die jüngsten Terroranschläge bleibt für den Höhenflug des gelben Metalls aber der schwache Dollar, der sich traditionell in umgekehrter Richtung zum Goldpreis bewegt. Gold ist seit seinem Absturz auf ein 20-Jahres-Tief von 253 $ pro Unze in den letzten drei Jahren um rund 60 % gestiegen. Gleichzeitig hat der US-Dollar über 30 % an Wert zum Euro verloren.

Für Gold spricht Experten zufolge aber auch die Apathie, mit welcher der Goldmarkt zuletzt darauf reagierte, dass die großen europäischen Zentralbanken ihre Goldverkäufe nach Ablauf ihres Moratoriums im September 2004 womöglich forcieren werden. Dabei dürfte die Preisentwicklung entscheidend davon abhängen, ob die Zentralbanken das Abkommen verlängern. Schließlich verfügen die 15 betroffenen Zentralbanken zusammen über 45 % der Welt-Goldreserven und könnten den relativ engen Markt zumindest theoretisch überschwemmen. Hinter den Kulissen wird deshalb seit längerem um eine Verlängerung des Moratoriums gerungen.

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