Bank-, Energie- und Konsumaktien
Börse Chile bietet noch Chancen

In einer Stichwahl Mitte Januar werden die Chilenen entscheiden, wer das Land für die nächsten vier Jahre als Präsident regiert: Im ersten Wahlgang konnte die Sozialistin Michelle Bachelet die meisten Stimmen gewinnen. Sie tritt an für die Concertación, die seit 1990 regierenden Links-Mitte-Koalition.

SANTIAGO. Doch jetzt hat der Unternehmer Sebastián Piñera, Kandidat der Mitte-Rechts-Koalition, ebenfalls Chancen, gewählt zu werden. Die Wahl ist plötzlich spannend geworden und dennoch herrscht an den Finanzmärkten Ruhe – ungewöhnlich in Lateinamerika, wo Wahlkämpfe die Aktienkurse meist auf Berg- und Talfahrt schicken.

In Chile ist das anders: „Das politische Szenario ist neutral für unsere Prognosen“, sagt Pablo Correa, Analyst von Santander in Santiago. Denn gleich wer das Andenland regieren wird – für die Wirtschaft ändert sich wenig. Denn in der Wirtschafts-, Geld- und Fiskalpolitik, selbst in der Außenpolitik unterscheiden sich die Politiker nicht. Alle Kandidaten wollen einen soliden Haushalt, Marktwirtschaft und die Integration in den Weltmarkt. „Am „Modell Chile“ will niemand rütteln“, beobachtet Correa.

Gerade deshalb hofft die jetzige Regierung, dass die Wähler wegen der gut laufenden Konjunktur für ihre Kandidatin stimmen werden. Gleich wohin man blickt, überall scheint Chile derzeit wie abgekoppelt vom Rest des Kontinents. Das gilt zum Beispiel für die Inflation, die in diesem Jahr vier Prozent beträgt – bei einem BIP-Wachstum von sechs Prozent. Der Risikoeinschätzung ausländischer Investoren zufolge ist Chiles Investment-Grade dasjenige auf dem Kontinent mit dem niedrigsten Risiko.

Dazu beigetragen haben dürfte, dass die Staatsverschuldung inzwischen auf elf Prozent des BIP gesenkt wurde. Ein Überschuss von einem Prozent im Staatsbudget ist gesetzlich vorgegebenes Ziel. Damit die Regierung dennoch nicht konjunkturell schwankenden Einnahmen ausgeliefert ist, legt ein konjunktureller Rat die jährlichen Ausgaben anhand der langfristigen Einnahmen fest. Dadurch wird eine prozyklische Politik verhindert – und der Budgetprozess von Wahlterminen entkoppelt.

Die wirtschaftlichen Aussichten des Landes sind gut: „Chile steht vor einem starken Investitionsschub“, erwartet die Investmentbank Goldman Sachs. 7,5 Mrd. Dollar haben die Unternehmen in Chile 2005 investiert. Nächstes Jahr soll es erneut so viel werden. Auch das Wachstum soll 2006 mindestens den Vorjahreswert erreichen – getrieben vor allem durch den einheimischen Konsum. „Bau, Handel, Transport, Finanzdienste und Strom sind die Branchen, die in den nächsten zwölf Monaten am stärksten wachsen werden“, sagt Angel Cabrera vom Forschungsinstitut Forecast.

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