Börse China
„Red Chips“ treiben die Rendite

Offenbar haben die Fondsmanager des Baring Hong Kong China Funds ihre Aufgaben hervorragend gemeistert: Ihr Produkt zeigt sich nicht nur über kurze Zeiträume als bester China-Aktienfonds Deutschlands – langfristig konnten die Chinesen sogar Warren Buffett übertreffen. Schlüssel dazu sind chinesische Festlandaktien, die „Red Chips“.

DÜSSELDORF. 20,4 Prozent Rendite pro Jahr über einen Zeitraum von 25 Jahren – mit dieser Rendite schlugen die Verwalter des Baring Hong Kong China Fund seit Auflage des Fonds 1982 nicht nur die Performance des legendären Investors Warren Buffett. Eine Investition von 10 000 Euro zur Auflage des Fonds im Jahr 1982 hätte sich zudem bis heute auf rund eine Million verhundertfacht. Auch bei kürzeren Betrachtungszeiträumen von drei, fünf und zehn Jahren ist der Fonds laut der Ratingagentur Morningstar der beste unter den in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen China-Aktienfonds.

Bis September 2006 maß sich der Baring-Fonds ausschließlich an der Kursentwicklung von Aktien aus Hongkong. Erst seit gut einem Jahr ist der MSCI Hua der Vergleichsindex, der sich aus Aktien Hongkongs und Festlandchinas zusammen setzt. Entscheidend im Ranking der Fonds war jüngst, wie hoch ein Fonds oder ein Index die drastisch gestiegenen Festlandaktien – auch Red Chips genannt - gewichtet hat, die mit einem durchschnittlichen Plus von 185 Prozent (Shanghai Composite Index) weitaus stärker gestiegen sind als die Aktien mit Notiz in Hongkong. Dort legten lokale Aktien (Hang Seng Index) über 12 Monate immerhin noch um 53 Prozent zu, chinesische Festlandsaktien mit Notiz in Hongkong (Hang Seng China Enterprise Index), kletterten um 71 Prozent.

Letztere, die sogenannten H-Aktien, sind mit einem Anteil von rund 54 Prozent am Portfolio der Schwerpunkt des Baring Hong Kong China. Für Musik sorgt ein Anteil von 17 Prozent sogenannter "Red Chips“. Wichtigste Branchen sind Finanzdienstleister, Rohstoffwerte und Immobilien. Mit Blick auf Großereignisse wie die Olympischen Spiele 2008 und die Weltausstellung 2010 zählen auch Infrastrukturwerte zum Portfolioschwerpunkt. Exporteure sind hingegen aufgrund der drohenden Währungsaufwertung von Yuan und Hongkongdollar untergewichtet. Die enormen Kurszuwächse der vergangenen Jahre trüben indes vor allem zwei Faktoren: Einerseits gibt die seit sechs Jahren für den Fonds verantwortliche Managerin Lilian Co ihren Job zum Jahresende auf, um sich selbständig zu machen. Ihr folgt Agnes Deng, die die Strategie ihrer Vorgängerin fortsetzen will. Andererseits droht der Fonds Opfer des eigenen Erfolges zu werden, denn er verwaltet inzwischen 5,7 Mrd. Euro. Experten raten angesichts dieses Volumens und der Illiquidität der Festlandsbörsen zur Vorsicht. "Wir betrachten zunächst lieber, welches Projekt die bisher erfolgreiche Managerin Lilian Co nun mit dann erheblich weniger Kapital und damit mehr Handlungsmöglichkeiten anstößt“, sagt etwa der Kölner Dachfondsmanager Eckhard Sauren.

Auch Feri-Experte Jens Wetter betont, es sei grundsätzlich sinnvoll, in einer komplexen Anlageregion wie China ein Engagement an einen sehr guten Fondsmanager zu delegieren. "Aber angesichts der massiven Kurszuwächse der letzten Jahre ist die prinzipielle Frage aber eher: Will ich dort jetzt noch investieren oder nicht.“ Denn im Falle einer scharfen Korrektur dürfte auch ein guter Fondsmanager herbe Verluste nicht verhindern können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%