Börse
Dax: Die Hoffnung stirbt zuletzt

An der Börse geht die Talfahrt zunächst einmal weiter: Die Mehrheit der Experten rechnet erst gegen Ende des Jahres wieder mit steigenden Kursen. So könnte der Dax am Jahresende bei 5 000 Punkten stehen. Bis dahin wird die Geduld der Anleger auf eine harte Probe gestellt.

FRANKFURT. Auf die Finanzkrise folgt die Rezession. Manche Experten befürchten schon, dass die Weltwirtschaft in eine Depression fällt. Für die Börsen bedeutet das: Es geht zunächst weiter abwärts. Davon ist man in den Analyseabteilungen der Banken inzwischen überzeugt. Die Mehrheit rechnet erst gegen Ende des Jahres wieder mit steigenden Kursen. Wenn es nach dem Durchschnitt aller Prognosen geht, könnte der Dax dann wieder bei über 5 000 Punkten stehen. Das geht aus einer Auswertung der Schätzungen großer Handelshäuser hervor.

Eine wichtige Voraussetzung dafür allerdings ist, dass die weltweit verabschiedeten Konjunkturprogramme ihre gewünschte Wirkung entfalten und die volkswirtschaftlichen Indikatoren sich möglichst bald verbessern. Bis es so weit ist und der Dax wieder deutlich zulegt, wird die Geduld der Anleger aber auf eine harte Probe gestellt werden. Bis zum Sommer soll der deutsche Leitindex bestenfalls seinen aktuellen Punktestand verteidigen; im Extremfall könnte es sogar bis auf 3 000 Punkte nach unten gehen. „Ob es dann letztlich 3 100, 3 200 oder 3 300 Punkte sind, spielt eine untergeordnete Rolle“, sagt Carsten Klude vom Bankhaus M.M. Warburg, der größte Pessimist unter den Befragten. Entscheidend sei, dass nach den jüngsten Verwerfungen in Osteuropa ein sicherer Platz weltweit kaum noch zu finden sei und die Gefahr bestehe, dass sich einzelne Brandherde gegenseitig verstärkten.

Nachdem der Dax zuletzt unter 4 000 Punkte fiel, haben einige Experten ihre Prognosen nach unten korrigiert. Prominentestes Beispiel ist die DZ Bank, die vor einer Woche noch einen Dax-Stand von 6 000 Punkten in einem Jahr vorhergesagt hat und diesen am Freitag auf 5 000 Punkte reduziert hat. „Eine bedrohliche Kombination aus Rezession und neu auflebender Finanzkrise“ sei der Grund, dass sich Anleger in den nächsten sechs Monaten auf ein Niveau von 4 000 Punkten einstellen müssen, ehe ab dem Spätsommer eine deutliche Erholung einsetzen könnte, heißt es.

Diese Marke ist nicht nur psychologisch wichtig. Sie spielt auch eine praktische Rolle. Viele institutionelle Investoren haben ihre Computer so programmiert, dass sie beim Durchbrechen einer entsprechenden Marke automatisch Aktien abstoßen. Weil dann aber alle gleichzeitig verkaufen wollen, geht der Absturz umso schneller.

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