Börse Frankfurt
Schwaches deutsches BIP belastet Dax

Am Vormittag drücken schwache Daten die Stimmung. Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr weiter geschrumpft als erwartet. So fährt der Dax moderate Verluste und entfernt sich von der 9200er Marke.
  • 13

FrankfurtEin enttäuschendes deutsches BIP hat den Dax am Donnerstag unter Druck gesetzt. Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr erstmals seit gut einem Jahr geschrumpft. Auch die nicht in Fahrt kommende Konjunktur Frankreichs blieb hinter den Erwartungen. So notierte der Dax am Morgen 0,4 Prozent leichter bei 9159 Punkten. Die Nachrichten verhinderten eine weitere Erholung in Frankfurt.

Wegen des schwächelnden Außenhandels und sinkender Investitionen fiel das Bruttoinlandsprodukt in der Bundesrepublik zwischen April und Juni um 0,2 Prozent zum Vorquartal. „Der Rückgang war etwas deutlicher als erwartet. Auch für das dritte Quartal sieht es derzeit nicht nach viel Schwung aus“, sagt Holger Sandte von der Nordea Bank. Die Nachricht erreichte die Märkte vor Handelsbeginn.

„Sorgen vor einem Konjunkturabsturz halten wir aktuell für übertrieben, da sich der deutsche Konsument und die Bauinvestitionen unbeeindruckt von der Geopolitik zeigen dürften“, erklärte Chefvolkswirt Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. Gleichzeitig senkte das Institut allerdings seine Prognose für das deutsche BIP-Wachstum in 2014. „Aufgrund des Sanktionen-Ping-Pong überwiegen die Prognose-Abwärtsrisiken“, fügte Krüger mit Blick auf die angespannte Lage zwischen EU und Russland hinzu.

Weiterhin lastete die schwache Wirtschaft Frankreichs auf den europäischen Börsen. Der Grande Nation will der Sprung aus der Rezession nicht gelingen. Wie schon im Vorquartal stagnierte das Bruttoinlandsprodukt auch von April bis Juli. Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,1 Prozent gerechnet. Die Notenbank des Landes erwartet auch im Sommer keine kräftige Belebung.

In der zweiten Frankfurter Reihe blieben die Verluste aus. Die Nebenwerte im MDax traten mit 15.657 Punkten minimal verbessert auf der Stelle. Der TecDax hingegen verbuchte einen Aufschlag von 0,9 Prozent auf 1195 Zähler. Der euro-weite Euro-Stoxx-50 zeigte sich sichtlich von den schwachen BIP-Zahlen betroffen und verlor 0,7 Prozent auf 3033 Stellen.

Nun schauen die Akteure mit Bedacht auf die Entwicklung der Wirtschaft in der gesamten Europäischen Union. Zahlen hierzu kommen am Vormittag aus Luxemburg. Auch die Inflation der Euro-Zone für den Juli wird bekanntgegeben. Am Nachmittag geben die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Auskunft über die US-Jobmaschinerie. Die Arbeitslosenzahl in den Staaten ist ein zentrales Kriterium für die Geldpolitik der Federal Reserve.

Die Vorgaben für den Handel waren leicht optimistisch. Zugelegt hat am Donnerstag bereits die Börse in Tokio – wegen eines schwächeren Yen und guter US-Vorgaben. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zur Handelsmitte ein Plus von 90,99 Punkten oder 0,6 Prozent beim Stand von 15 304,62 Punkten. Der breit gefasste Topix gewann 6,12 Punkte oder 0,48 Prozent auf den Stand von 1268,25 Zählern.

Auch die New Yorker Börsen hatten am Mittwochabend zugelegt, gestützt auf schwindende Sorgen um eine frühe Zinswende in den USA. Der Dow Jones ging 0,6 Prozent höher bei 16 652 Punkten aus dem Handel. Der S&P-500-Index gewann 0,7 Prozent auf 1946 Punkte.

Die nur stabilen Einzelhandelsumsätze seien zwar hinter den Erwartungen geblieben, das ändert einem Börsianer zufolge aber nichts am positiven Gesamtbild für Aktien. Sie profitierten von anhaltend niedrigen Zinsen und meist guten Unternehmenszahlen.

Am gestrigen Mittwoch haben sich die Märkte weitestgehend stabilisiert. Dem Dax war so die Erholung im zweiten Anlauf gelungen, er schloss 1,3 Prozent höher bei 9198 Punkten. Neben soliden Quartalsbilanzen einzelner Dax-Unternehmen sorgte vor allem eine neue Einschätzung der Ukraine-Krise für die Erholung der europäischen Aktienmärkte.

Seite 1:

Schwaches deutsches BIP belastet Dax

Seite 2:

Im Gegensatz zu Eon kann RWEs Bilanz nicht überzeugen

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Schwaches deutsches BIP belastet Dax"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Man könnte meinen es ist Satire, aber es ist eine Tatsache das die
    Börse heute steigt dank Putin bzw seiner Äußerung. Schlagartig
    sind dann alle schlechten Konjunkturaussichten und die schwachen
    Unternehmensdaten vergessen. Naja Draghi hat nicht mehr viel Spielraum
    gehabt, jetzt können nur noch tägliche Nachrichten zur Ukraine "Entspannung "
    für die nächste Kursrallye sorgen
    Unter 9000 haben sie Dax kurz mal abverkauft um günstig reinzukommen
    das Spiel geht in die nächste Runde, Montag allerdings rechne ich wieder mit
    der "Angstbewegung" wenn sie kurzfristig ihre Putingewinne mitgenommen haben
    bzw der Verfall auf gewünschten Niveau abgerechnet wurde
    Daher wird Freitag erst wieder gehandelt

  • Habe ich doch heute morgen schon geschrieben, wenn sie FDax nach unten
    befördern ohne das dies im Xetradax abgerechnet wird, geht es anschließend
    nach oben. Eine Begründung findet sich immer, aber sie wissen es ja und alle anderen
    Systemspieler auch, sobald bestimmte Futuremarken erreicht werden wird "automatisch" weiter
    gekauft, fast immer das Gegenteil was angesichts der Wirtschaftsdaten "normal"
    wäre. Aber die Börse handelt "technisch" und das ist auch gut so, wenn man das
    System versteht. Morgen ist kleiner Verfall und da wird von den bigplayern eben alles
    passend "programmiert"
    Freue mich wie das täglich einfach möglich ist

  • Bin ich nicht klasse, ich kommentiere "mich" selbst und
    behaupte der andere ist ein "Namensdieb"
    Das der Fdax Absturz zu schnell für die Kleinanleger war
    ist ärgerlich aber normal

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%