Börsen
Wer den Strom teurer macht

Sie gelten als der Platz, an dem der Preis für Strom ausgehandelt wird: Die Strombörsen in Leipzig, Oslo und Paris. Die Energiewende hat das Geschäft beschleunigt. Verbraucher spüren davon wenig, bisher jedenfalls.
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DüsseldorfLicht ausschalten, die Elektroheizung ausstellen, den Wasserkocher seltener anschmeißen – es gibt viele Wege, seine Stromrechnung zu drücken. Meist führen sie über persönlichen Verzicht oder den Stromanbieter-Wechsel.

Doch wie sehr sich jemand auch bemüht, eines ist nicht zu beeinflussen: Der Preis, zu dem die Anbieter selbst ihren Strom einkaufen. Und der macht immerhin knapp ein Viertel der Stromkosten aus, die Kunden am Ende auf ihrer Stromrechnung finden. Den Rest bilden die EEG-Umlage, Steuern und Kosten für den Netzbetrieb.

Wer aber bestimmt, ob der Einkaufspreis für Strom nun sinkt oder steigt? Da gibt es zunächst die Börsen: Sie heißen EEX, EPEX, Belpex, Omel oder Nord Pool – europaweit gibt es mehr als zwanzig Energiebörsen, auf denen täglich mit Kohle, Gas, Emissionsrechten und eben auch mit Strom gehandelt wird.

Etwa ein Fünftel des gesamten Stromhandelsvolumens wird über sie abgewickelt. Der Rest läuft wesentlich direkter. Im sogenannten OTC-Handel übernimmt ein Broker die Funktion der Börse und vermittelt Geschäfte zwischen Verkäufern und Abnehmern für Strom.

Der Börsenpreis ist wichtig: Ähnlich wie beim Börsenpreis für das Öl gibt er am Energiemarkt den Ton an. Doch im Unterschied zu Rohstoffen wie Öl, Getreide oder Metalle kann Strom nicht gespeichert werden – er wird dann produziert, wenn er gebraucht wird. Für Stromanbieter übernimmt die Energiebörse neben der Preisfindung deshalb eine weitere Funktion: Risikomanagement.

Kommentare zu " Börsen: Wer den Strom teurer macht"

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  • Für Privatleute ist es mittlerweile wirklich finanziell tragbar, auf Ökostrom umzusteigen, selbst bei den "echten" Ökostromanbietern, die Neuanlagen bauen und nicht nur die ohnehin vorhandene, regenerative Energie teurer verkaufen. Da bezahlt man nicht mehr, z.T. sogar weniger, und stimmt durch seine Stromrechnung mit ab über die künftige Art der Energieversorgung. Auch z.B. Yello (EnBW-Tochter) ist für Bestandskunden mittlerweile etwa so teuer wie die Grundversorger und teils teurer als echter Ökostrom. Immerhin ein seriöser Anbieter mit vernünftigem Service, anders als die zwielichtigen "Billig"Anbieter, die sich in den Vergleichsportalen nach vorn schieben, um dann inkorrekt abzurechnen, in langfristigen Verträgen steckenden Kunden horrende Erhöhungen aufzudrücken oder mit bezahlter Vorkasse pleite zu gehen. Die EEG-Umlage ist eh nur ein kleiner Teil des Strompreises, selbst, wenn sie über 5ct/kWh steigen sollte. Das meiste sind eh Steuern, Konzessionsabgabe und nicht zuletzt die Quersubventionen zur Großindustrie, die von Verbrauchern getragen werden müssen. Wenn ich schon viel bezahlen muss, dann auch für was Vernünftiges, also Ökostrom!

  • Die Strombörse ist wie eine Katzenfamilie, die ein Löwenbaby namens "EEG" im Jahr 2000 adoptiert hat. An Anfang war das "EEG-Baby" noch klein und niedlich, aber langsam mit der Zeit wurde es immer größer und größer, bis es dann im Alter von 10 Jahren zu einem riesigen Löwen ausgewachsen ist das die Katzen dominiert. So ist es heute. Die Strombörse hat am Anfang Sinn gemacht (zur Erinnerung: 19 Pfennig / kWh Yellostrom im Jahr 1999) aber heute mit dem EEG, der Energiewende und zusätlich dem willkürlichen Atom-Ausstieg, ist sie zur Farce verkommen. Die relevanten Preise für die Verbraucher bestimmt längst nicht mehr die Börse, sondern der Staat per Öko-Gesetzgebung.

  • @ HofmannM

    Da ich EON nicht als Ökoszialist sehe, ist die Strombörse eher eine zusaätzliche Einnahmequelle der Energiekonzerne. Künftig, wenn die Rohstoffkosten bei EE Null sein werden, zahlt der Verbraucher dies als Zusatzgewinne der Konzerne an den Börsen!

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