Börsengang der Osteuropa-Holding RI ist zehnfach überzeichnet
In Österreich herrscht Raiffeisen-Fieber

Die guten Aussichten auf den Märkten in Mittel- und Osteuropa spielen der Raiffeisen International Bank Holding AG (RI) in die Karten. Der Börsengang des Instituts sei bereits zehnfach überzeichnet, hieß es am Freitag in Wiener Bankenkreisen.

HB MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Die Zeichnungsfrist für private Anleger wurde angesichts des Erfolgs Ende vergangener Woche vorzeitig beendet. Institutionelle Investoren können weiter noch in dieser Woche Aktien zeichnen, sagte ein RI-Sprecher.

Die neuen RI-Aktien, die ab 25. April an der Börse in Wien gehandelt werden sollen, werden zwischen 27 und 33 Euro angeboten. Angesichts der hohen Nachfrage von Investoren wird nun damit gerechnet, dass die Papiere beim oberen Ende von 33 Euro zugeteilt werden. Im vorbörslichen Handel notieren die Titel bereits deutlich über dieser Preisspanne; die Taxen liegen bei bis zu 37,50 Euro. Der Börsengang von RI ist mit einem Volumen von über einer Mrd. Euro einer der größten in Europa in diesem Jahr.

Wie es in Wien weiter hieß, würden nicht nur institutionelle Investoren gut ordern. Auch die Nachfrage von Privatanlegern sei überraschend hoch, es grassiere das „Raiffeisen-Fieber“, hieß es. An Werbeveranstaltungen in Österreich hätten insgesamt rund 9 000 Anleger teilgenommen. Raiffeisen-Kunden erhalten eine bevorzugte Zuteilung bei Orders von bis zu 7 500 Euro.

Der Erfolg ist umso überraschender, als die Preisspanne für die RI-Aktie deutlich höher gewählt wurde als zuvor angenommen. Im Vorfeld des Börsengangs war über einen Preis von etwa 21 Euro spekuliert worden. Experten loben vor allem das Timing der Emission. Denn der Markt für Banken in Mittel- und Osteuropa gilt als sehr chancenreich. Gleichzeitig wird das Risiko als gering erachtet, denn viele osteuropäische Staaten sind bereits Mitglied in der Europäischen Union oder stehen kurz vor einem Beitritt.

Steffen Gruschka, Leiter osteuropäische Aktien von DWS Investments, bleibt für die zentraleuropäischen Märkte insgesamt optimistisch. Die Börsen tendierten zuletzt zwar etwas schwächer, doch nach sechs Jahren steigender Märkte ist es „normal, dass man auch einmal Rückschläge sieht“, sagt Gruschka. Zum Teil werde zwar bereits angenommen, dass die Emerging-Markets-Rally vorbei sei, doch „die Konvergenzgeschichte dauert an“, sagt der DWS-Experte. Mittelfristig erwartet Gruschka weiter steigende Kurse. Er setzt unter anderem auf Bankenwerte, da hier die Durchdringung noch sehr niedrig sie. Auch der „Wohlstandseffekt“, also die steigenden Einkommen in der Region, wirke sich hier aus. Daneben bevorzugt er Rohstoffwerte und Konsum-orientierte Aktien z. B. aus dem Mobilfunkbereich.

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