Börsenpsychologie
Wenn Gier das Hirn von Börsianern frisst

Die Psyche bestimmt die Börse weit mehr als wir denken. Denn beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen. Warum sich Anleger meist von Emotionen leiten lassen, und was Börsianer mit Reptilien gemeinsam haben.
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Düsseldorf„Gier ist gut. Gier ist richtig. Gier funktioniert“, sagte schon Gordon Gekko Ende der 80er-Jahre. Der Börsenhai aus dem Filmklassiker „Wall Street“ setzt sogar noch einen drauf: „Gier schafft Klarheit. Gier hat das Beste im Menschen hervorgebracht.“ Die Gier ist wohl eine der stärksten Emotionen, die Anleger antreiben kann. Kein Wunder, dass der Verstand von Investoren regelmäßig aussetzt, wenn es um Geld geht.

Sie handeln hoch emotional, lassen sich von Gier, aber auch von Angst leiten. Die Psyche der Börsianer bestimmt das Geschehen an der Börse weit mehr als Wirtschaftsdaten oder Unternehmenszahlen. Die Folge: Ob ein Anleger Gewinn oder Verlust macht, hängt nicht allein von seinem Börsenwissen ab. Der österreichische Kabarettist Paul Farkas hat es einmal auf den Punkt gebracht: „Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen.“

Der Spruch des Kabarettisten ist mittlerweile durch die verhaltenswissenschaftliche und experimentelle Finanzforschung umfassend belegt. „Die Entscheidungen der Privatanleger und sogar Profis werden oft durch Mechanismen gesteuert, die in die Zeit der Reptilien zurückreichen: Aggression, Flucht, Angriff, Verteidigung, Fressen, gefressen werden“, erklärt Max Otte, Bestsellerautor und Professor aus Köln. „Daniel Kahnemann von der Princeton University hat den Nobelpreis dafür bekommen, dass er herausgefunden hat, dass bei Finanzentscheidungen oftmals das Stammhirn - das Reptilienhirn - aktiviert wird.“

Doch Emotionen können zu unüberlegtem Handeln führen – sogar zu Fehlentscheidungen. Ein Verhaltensmuster, das vor allem in den vergangenen Monaten zu beobachten war. Seit der Börsentalfahrt im vergangenen Sommer schwanken die Märkte extrem stark. Mit den Kursen fuhren auch die Gefühle Achterbahn. Viele Anleger gerieten in Panik und verkauften Aktien zu Tiefstkursen. Ein Verhalten das Experten oft beobachten: Schmilzt der Wert des Portfolios, befürchtet der Privatanleger, die entstandenen Verluste nicht mehr aufholen zu können und sucht nach anderen, vermeintlich sichereren  Produkten. Verlustaversion nennen Experten das. „Die Angst vor Verlusten wiegt oft schwerer als die Hoffnung auf künftiges Wachstum“, sagt  Andreas Feiden, Geschäftsführer Fidelity Worldwide Investment. „Sie verleitet den Anleger dazu, seine langfristige Anlagestrategie und damit soliden Anlageerfolg zu opfern.“ Auf diese Weise verpasse er allerdings Gewinne, wenn der Markt wieder anzieht. 

Bestes Beispiel dafür ist die Dax-Rally seit Jahresbeginn, deren Hauptanstieg an vielen Privatanlegern vorbeigegangen ist. „Bis die Angst nachlässt, die Gier einsetzt und Anleger bei steigenden Kursen zum Einstieg bewegt, ist der Zenith an den Märkten häufig schon wieder überschritten“, so Feiden.

Kommentare zu " Börsenpsychologie: Wenn Gier das Hirn von Börsianern frisst"

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  • "Bestes Beispiel dafür ist die Dax-Rally seit Jahresbeginn, deren Hauptanstieg an vielen Privatanlegern vorbeigegangen ist."
    Woher nimmt die Autorin diese Weisheit?
    Merke: ungeprüft Nachschwatzen ist kein guter Journalismus.

  • Und wenn Journalisten die W-Überschriften ausgehen?

  • "Entscheidend für den Anlageerfolg ist, dass die Gefühle nicht die Oberhand gewinnen. Nur wer seine Psyche überliste, verschafft sich auf rationaler Ebene einen Vorsprung."

    Die Medien AGs bzw. deren Eigentümer sorgen dafür, dass die Gefühle bei der dummen Masse die Oberhand übernehmen!


    Aufwachen!!!

    Weitere Infos finden Sie unter:

    www.steuerboykott.org

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