Börsenweisheit
Der Weg zum überragenden Anlageergebnis

Das Streben nach maximaler Rendite treibt Investoren von jeher an. Doch wer nur mit dem Strom schwimmt, erzielt keine Überrenditen. Das wusste schon John M. Templeton, Gründer der gleichnamigen Fondsgesellschaft. Es gilt, etwas anders zu machen, besagt eine Börsenweisheit – nicht ganz ungefährlich.
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DüsseldorfBesser zu sein als die Masse, davon träumen nicht nur professionelle Investoren. Auch Privatanleger möchten an der Börse besser abschneiden als beispielsweise der deutsche Aktienindex Dax, oder doch zumindest höhere Gewinne einfahren als der Nachbar. Doch das ist gar nicht so einfach. Schon John M. Templeton sagte einst: „Es ist nicht möglich, ein überragendes Anlageergebnis zu erzielen, es sei denn, man macht etwas anderes als die Mehrheit.“

Die Börsenweisheit des Anlageexperten und Gründers der gleichnamigen Fondsgesellschaft ist relativ unumstritten. „John Templeton hatte Recht: Blind der Herde nachzulaufen, führt garantiert auf einen Weg in die Mittelmäßigkeit“, sagt Jeff Hochmann, Leiter Technische Analyse von Fidelity Worldwide Investment. Arnd Kussmann sieht das ebenso.

„Tatsache ist, dass es in der Börsenhistorie oft sinnvoll war, gegen den (Investoren-)Strom zu schwimmen“, sagt der Leiter Finanzanalyse der Quirin Bank. „Situationen, in denen spezielle Investments von der Anlegermehrheit vernachlässigt oder gänzlich ignoriert wurden, erwiesen sich im Rückblick nicht selten als günstige Einstiegsgelegenheit.“

Diese Einstiegsgelegenheiten gilt es zu erkennen, um besser abzuschneiden als die Masse. Doch das ist nicht so einfach, denn Anleger müssen sich dabei gegen die allgemein gültige Marktmeinung stellen. Deshalb gibt Kussmann zu bedenken, dass derartige Investments in der Regel auch hohe Risiken bergen. „Meist gibt es schließlich gute Gründe, warum bestimmte Anlageklassen abgestraft wurden“, sagt er. „Zudem gibt es das elementare Anlegerproblem des richtigen Timings.“

Gegen den Markttrend zu spekulieren, dazu braucht man starke Nerven. Die Gefahr, falsch zu liegen, ist groß. Guy Kieffer, Partner bei der Vermögensverwaltung Tareno, warnt: „Versuchen, besser zu sein als die Mehrheit, kommt viele Anleger teuer zu stehen.“ Trotzdem stimme die Börsenweisheit natürlich teilweise. „Wer das gleiche Risiko eingeht wie ein Käufer des Aktienindex Dax, der kann auf Dauer nicht besser als das Barometer sein“, so Kieffer.

Templeton hat also Recht. Doch was können Anleger daraus lernen? Wie erreichen sie ein überragendes Anlageergebnis? Auf jeden Fall nur dann, wenn sie ein erhöhtes Risiko eingehen. Gehe die Wette auf, entlohne eine überragende Rendite für ein eingegangenes Risiko, sagt Lars Edler, Leiter Investmentstrategie bei Sal. Oppenheim. „Wer den Erfolg einer Anlage aber eindimensional nur mit dem Blick auf die Rendite betrachtet, findet für jeden Zeitraum Investment-Beispiele, die auf den ersten Blick – und vor allem im Nachhinein – sehr attraktiv wirken.“ Um ein realistischeres Bild zu bekommen, rät er Investoren, ihre Anlagen immer risikoadjustiert zu betrachten.

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  • Stimmung, Psychologie, Börsenweisheiten? Wie wär’s mit Wissen - im Verhältnis zu Nichtwissen? Ist unser aktuelles Wissen größer, investieren wir. Ist unser aktuelles Wissen kleiner, spekulieren wir. Allein dieses Verhältnis bestimmt den Renditeerfolg. Wer meint, alles zu wissen, kauft sich besser ein Sparbuch. Wer meint, nichts zu wissen, sollte ins Casino gehen. Finanzmärkte liegen dazwischen. Wo sie aktuell liegen, ist zu ermitteln. Von 2007 - 2009 waren wir alle Spekulanten.

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