Bonsuzertifikate
Instrumente für unsichere Zeiten

Wunderwaffe bei instabilen Kursen? Bonuszertifikate sind so flexibel, das sie für jedes Marktszenario attraktive Chance-Risiko-Profile bieten. Ob nach oben, zur Seite oder nach unten: Mit ihnen lässt sich auf jede Marktrichtung setzen.

FRANKFURT. Vielen Anlegern wurde in den vergangenen Monaten schmerzlich bewusst, dass es an den Aktienmärkten nicht immer nur bergauf geht. Der mehrjährige Aufwärtstrend, der im Frühjahr 2003 begann, mündete in einer deutlichen Korrektur. Heute stellen sich Investoren die Frage, ob die Talsohle durchschritten ist oder weitere Kurseinbrüche bevorstehen. Die Mehrheit der Marktteilnehmer erwarte, dass die Börsen auch weiterhin von großer Unsicherheit geprägt sein werden, meint Jörg Kukies von Sachs.

Vor diesem Hintergrund könnte es sich als sinnvoll erweisen, nur auf Derivate-Investments zu setzen, die direkt an der Entwicklung eines bestimmten Basiswertes partizipieren, so genannte "Delta-Eins-Produkte". Interessanter erscheinen nach Meinung von Kukies andere ausgefeilte Strategien. Strukturierte Produkte, die zum Beispiel eine vollständige Kapitalgarantie oder zumindest eine Teilabsicherung bieten, sind Kukies zufolge eine interessante Alternative.

"Geht es um Flexibilität bei der Geldanlage, bieten Bonuszertifikate zahlreiche Vorteile", sagt der im Gespräch mit dem Handelsblatt. Diese seit langem bewährten Investmentprodukte schützen bis zu einem gewissen Punkt - dem so genannten Absicherungsniveau - vor Kursverlusten des Basiswertes. Solange dessen Kurs während der Laufzeit des Zertifikats niemals unter diese Grenze fällt, erhält der Inhaber des Zertifikats bei Fälligkeit mindestens seinen Einsatz plus eine Bonuszahlung zurück. Das eröffnet dem Anleger die Chance auf eine vergleichsweise hohe Rendite.

In ihrer ursprünglichen Form sind Bonuszertifikate durch zwei Kursschwellen gekennzeichnet: das Absicherungsniveau (auch Barriere genannt), das bei Emission des Zertifikats unterhalb des Kurses des Basiswerts festgesetzt wird - und das Bonusniveau, das über der zu diesem Zeitpunkt aktuellen Notierung angesiedelt ist. Beide Grenzen sind die entscheidenden Faktoren für das Chance-Risiko-Profil des Zertifikats. Dabei gilt folgende Faustregel: Je näher bei Emission die Sicherheitsschwelle am aktuellen Kurs des Basiswertes liegt, desto üppiger fällt der Bonus aus und umgekehrt.

Steigt der Basiswert über das Bonusniveau hinaus, partizipiert der Investor in voller Höhe an diesen Kursgewinnen. Kommt es indes zu einer Unterschreitung des Absicherungsniveaus, gehen Absicherung und Bonus verloren. Der Investor erhält dann am Ende der Laufzeit eine Rückzahlung in Höhe des Basiskurses. Das heißt, er riskiert einen Verlust, wenn sich der Basiswert bis zum Laufzeitende nicht mehr erholt. Was den Kursverlust angeht, ist der Käufer des Bonus-Zertifikats aber nicht schlechter gestellt als bei einem entsprechenden Direktinvestment in den Basiswert - vorausgesetzt, Kaufpreis von Zertifikat und Basiswert sind identisch. Darüber hinaus muss der Zertifikatekäufer auf Dividendenzahlungen verzichten. Sie dienen zur Finanzierung der Bonuszahlung.

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