Crowdinvesting
Die Suche nach dem nächsten großen Wurf

Beim Crowdinvesting beteiligen sich viele kleine Investoren mit geringen Geldbeträgen an Start-Ups. Sie hoffen darauf, das neue Facebook oder Amazon zu entdecken. Doch die Anlageform birgt Risiken.
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Hamburg/DüsseldorfDas Geld ist weg: Das Hotelbuchungsportal betandsleep wird abgewickelt. 161 Investoren haben damit ihre Beteiligungen von insgesamt 100.000 Euro verloren. Schon nach einem Jahr ist Schluss. Nach Angaben der Firmengründer ist es in den weiteren Finanzierungsrunden nicht gelungen, frisches Kapital einzusammeln. Das Startkapital für die Unternehmensgründung kam aus der „Crowd“.

Viele Privatinvestoren sind derzeit auf der Suche nach Alternativen zu zinsarmen Sparprodukten. Handelsblatt Online zeigt in einer wöchentlichen Serie „Wie werde ich Finanzprofi?“, wie Anleger ihr Finanzwissen erweitern, wie sie von gemeinschaftlichen Anlagemodellen profitieren und sich vor Bauernfängern schützen. Diesmal unter der Lupe: Crowdinvesting.

Crowd bedeutet übersetzt Masse oder Schwarm. Das System funktioniert so: Viele kleine Investoren, also die Crowd, beteiligen sich mit geringen Geldbeträgen an Start-Ups. Sich bei der Masse von Kleinanlegern Geld zu beschaffen, ist für die jungen Unternehmen einfacher und meist erfolgreicher als eine einzelne Großbank um einen Kredit zu bitten. Seit rund zwei Jahren existiert in Deutschland eine Crowdinvesting-Szene, dominiert von wenigen großen Anbietern.

Crowdinvesting boomt, allein im zweiten Quartal dieses Jahres wurden in Deutschland auf diese Weise 3,4 Millionen Euro investiert. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Betrag damit fast verfünffacht. Bis jetzt konnten sich 74 junge Unternehmen finanzieren. Für 2013 rechnet das Branchenportal für-gründer.de insgesamt mit einem Volumen zwischen 13 und 15 Millionen Euro.

Schnelle Rendite gibt es beim Crowdinvesting nicht. Die Dauer der Beteiligung beträgt beim Branchenführer Seedmatch mindestens fünf Jahre. Vorher können Anleger nicht kündigen. Fährt das Start-Up dann Gewinne ein, gibt es das anfangs investierte Kapital zurück. Zusätzlich bekommt der Investor einen Anteil des aktuellen Unternehmenswertes - wie viel das ist, richtet sich nach der Höhe seiner Beteiligung am Unternehmen. Seedmatch gibt je nach Start-Up in der Regel eine Rendite von mindestens 100 Prozent an.

Kommentare zu " Crowdinvesting: Die Suche nach dem nächsten großen Wurf"

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  • Wir lieben Querdenker!! - für alle die eine Idee/Projekt haben oder bereits ein Start-Up aufbauen, ist die Crowd Dialog Konferenz ideal - man trifft 98 % der deutschen Crowdfunding/Crowdinvesting Szene und alle wichtigen Plattformen an einem Tag - am besten gleich unter www.crowddialog.de anmelden und bei den Poster Sessions für Start-Ups dabei sein !

  • Liebes Handelsblatt Team,
    da hat Sammy von foodieSquare recht. Alles ist reguliert, denn was Seematch oder wir, DEUTSCHE-MIKROINVEST machen, ist Beteiligungsgeschäft. Dazu gibt es Vorgaben. Wer die nicht einhält, hat Probleme und dann schreitet die BAFIn ein. Schade und eigentlich sogar peinlcih, dass seit langem solche Artikel ohne echtes Hintergundwissen geschrieben werden und somit Fehler in die Berichterstattung kommen. Und das beim Handelsblatt.
    Es wäre ja auch mal interessant zu beleuchten, worin sich die Plattformen unterscheiden. Das ist nicht ganz unwesentlich, auch für Investoren.
    Viele Grüße
    Knut Haake
    Deutsche-Mikroinvest.de

  • Es gibt doch Crowdinvesting-Plattformen, die entweder eine BaFin-Lizenz haben - www.bergfuerst.de oder die Beteiligungen über einen von der BaFin gebilligten Verkaufsprospekt anbieten www.fundsters.de

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