DAB Depot Contest
Die Lieblingsaktien der Vermögensprofis

Der Dax nimmt den nächsten Anlauf auf sein Jahreshoch. Es scheint, als würden die Deutschen erneut ihre Liebe zur Aktie entdecken. Doch der Grund für die Annäherung gibt nicht unbedingt Anlass zur Freude.
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DüsseldorfEs ist die pure Not, die viele Investoren in Aktien treibt. Und dass obwohl das weltwirtschaftliche Umfeld nicht gerade dazu einlädt, sich Anteile von Unternehmen ins Depot zu legen. Denn andere Anlageformen werfen viel zu wenig ab. Sichere Staats-Bonds etwa, Bundesanleihen oder US-Treasuries bieten lediglich Micker-Renditen. So muss Finanzminister Schäuble seinen Gläubigern für zehn Jahre laufende Papiere gerade mal knapp 1,4 Prozent bezahlen. Das ist viel zu wenig für Investoren, um damit die Inflationsrate, die im Euroraum derzeit bei mehr als zwei Prozent liegt, auszugleichen.

Die Zahl allein ist zwar noch nicht sonderlich furchteinflößend; die Deutschen sind - das hat die Geschichte gelehrt - ganz andere Werte gewohnt. Zu Zeiten der Weimarer Republik etwa, zwischen Oktober 1922 und Dezember 1923, betrug die Inflationsrate 50 Prozent - pro Woche, wohlgemerkt.

Trotzdem entfalten auch geringere Werte langfristig eine verheerende Wirkung. Angenommen, die Inflationsraten liegen in den kommenden fünf Jahren nur leicht über den Zielvorgaben der Europäischen Zentralbank (EZB), also etwa bei 2,5 Prozent, dann führt das, den Zinseszinseffekt berücksichtigt, zu einem Kaufkraftverlust von mehr als zehn Prozent. Die Notenbanker der EZB betonen zwar, dass das schwache Wachstum in der Euro-Zone die Teuerung mittelfristig dämpfen werde. Dennoch: Gerade die Deutschen fürchten sich vor einer Geldentwertung.

Tatsächlich spricht vieles dafür, dass die Inflationsraten in Zukunft höher sein werden als in den vergangenen Jahren. Ein wesentlicher Grund dafür ist die laxe Geldpolitik der Notenbanken. Während der Finanzkrise hatten die Währungshüter ihre Notenpressen angeworfen und die Leitzinsen radikal gesenkt, um die Weltwirtschaft vor dem Kollaps zu bewahren. Geld gibt es seither zu Dumpingpreisen. Und das wird noch eine ganze Weile so bleiben. Mario Draghi, der EZB-Chef, hat mehrfach betont, dass er den Euro um jeden Preis retten werde, das heißt notfalls auch mit der Notenpresse.

Aktien dagegen gelten als Quasi-Sachwerte als halbwegs vernünftiger Schutz gegen den Anstieg der Inflationsraten und damit besser geeignet als verzinsliche Anlagen wie Anleihen. Allerdings gilt das lediglich für Konzerne, die den (erwarteten) Preisanstieg aufgrund ihrer Produkte und ihrer Marktstellung an die Kunden weitergeben können.

Viele Profis haben daher in den vergangenen Wochen und Monaten ihre Aktienquote deutlich erhöht. Die Vermögensverwalter von Sand & Schott etwa; sie zählen zu insgesamt 30 Profis, die sich seit Januar in einem Wettbewerb der Münchener DAB Bank messen. Wer hat die beste Strategie, wer findet die aussichtsreichsten Aktien, Anleihen oder Fonds.

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