Dax, Gold und Anleihen
Die Rückkehr der Angst

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Korrektur kam nicht überraschend

Einen wichtigen Anhaltspunkt bietet die 200-Tagelinie, der Kursdurchschnitt der vergangenen 200 Handelstage. An dieser Linie orientieren sich vor allem langfristige Investoren. Derzeit notiert die aufwärts gerichtete Linie bei 11.906 Punkten und damit nur knapp unterhalb der aktuellen Dax-Notierung.

Auch ein Blick auf die vergangenen Börsenjahre zeigt: Die 200-Tage-Linie bietet eine wichtige Orientierung. Oftmals fiel der Deutsche Leitindex auf diese Linie, hat sie in vielen Fällen sogar oft leicht unterschritten – was grob gerechnet aktuell einen Rutsch auf rund 11.800 Punkte bedeuten würde.

Zu einer längeren Korrektur kam es immer dann, wenn diese Linie nicht mehr steigt, sondern fällt – so wie in den Jahren 2011 und 2015. Damals dauerte es mehr als ein Jahr sowie mehr als zwei Jahre, bis sich der Dax von den Kursverlusten wieder erholen konnte.

Eine Korrektur an den Aktienmärkten zu diesem Zeitpunkt ist keineswegs überraschend, zumal die Börsenmonate August und September statistisch gesehen nicht zu den stärksten des Jahres zählen. Einen Vorgeschmack darauf lieferten zuletzt die deutlichen Kursreaktionen auf den stärkeren Euro, der mittlerweile auf über 1,19 US-Dollar gestiegen ist, und die Reaktionen auf die Quartalsberichte großer Unternehmen. Aus dem Dax beispielswiese fiel am Mittwoch dieser Woche die Henkel-Aktie trotz guter Quartalszahlen deutlich.

„Das erste Halbjahr verlief für deutsche Standardwerte überdurchschnittlich gut“, betonte Markus Reinwand, Aktienexperte der Helaba, Anfang des Monats. „Traditionell steht das dritte Quartal im Zeichen der Korrektur.“ Vieles spreche in diesem Jahr für den „klassischen Verlauf“.

Zu einer ähnlichen, allerdings kurzfristigen Prognose, kam Börsenexperte Stephan Heibel, der die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage Dax Sentiment auswertet. „Es scheint, dass so langsam Druck aufkommt und Anleger auf steigende Kurse setzen, um nicht den nächsten Rally-Schub zu verpassen“, sagte er am Montag dieser Woche. „Diese positive Erwartungshaltung bildet die Grundlage für ein großes Überraschungspotenzial – leider auf der negativen Seite“.

Kommentare zu " Dax, Gold und Anleihen: Die Rückkehr der Angst"

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  • Sehr geehrte Frau Kah,

    vielen Dank für Ihre Antwort. Ich bin mir nicht sicher, ob Euros gehortet werden. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten: Beispielsweise sind viele internationale Investmentfonds (Tomasek aus Singapur und auch Warren Buffett) auf Einkaufstour und haben den deutschen Mittelstand im Visier. Das ist nur eine Idee....
    In Sachen Morgan Stanley: Das erscheint mir logisch. Aber wir müssen ja nicht unbedingt einer Meinung sein.
    Beste Grüsse
    Jürgen Röder

  • Sehr geehrter Herr Wodley,

    vielen Dank für Ihre Mai. Aber wir haben nicht nur gemerkt, dass es an der Börse nicht nur Hausse, sondern auch Baisse gibt. Wir haben sogar darüber geschrieben. Noch am vergangenen Montag bespielsweise noch am vergangenen Montag. Da haben wir sogar laut unserer Umfrage fallende Kurse vorhergesagt:
    http://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/trends/dax-umfrage-anleger-wollen-rally-nicht-verpassen/20154616.html
    Beste Grüsse
    Jürgen Röder

  • Na ihr HB-Schreiberlinge, habt ihr etwa auch schon gemerkt, dass es an der Börse nicht nur Hausse sondern auch Baisse gibt ?

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