Dax-Umfrage 2015
Fehlstart – und nun?

Trotz eines bescheidenen Börsenjahrs 2014 und eines miserablen Jahresauftakts sind die Anleger optimistisch für 2015. Das zeigt die exklusive Handelsblatt-Dax-Umfrage. Doch dieser Optimismus ist eher ein Kontraindikator.
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DüsseldorfDas neue Börsenjahr begann mit einem Paukenschlag: Der Ölpreis rutschte unter 50 Dollar pro Fass (159 Liter). Das sind knapp zehn Dollar weniger als noch im alten Jahr. Anleger reagierten wegen des drastischen Einbruchs verschreckt und verkauften ihre Aktien. Der Dax verlor am vergangenen Montag zwischenzeitlich drei Prozent.

Ein Szenario, das Anleger im vergangenen Jahr mehrfach erlebten: Ein fallender Ölpreis schürt Ängste um eine schwache Weltwirtschaft und führt zu breiten Aktienverkäufen. Nach wenigen Tagen erkannten die Investoren aber die positiven Effekte eines niedrigen Ölpreises als eine Stimulation der Konjunktur. Die Folge: Aktien machten den verlorenen Boden wieder gut während sich der Ölpreis auf niedrigerem Niveau stabilisierte.

„Mit den fallenden Energiepreisen sind Sorgen um Russland und um einen nicht unerheblichen Anteil von Hochzinsanleihen in den USA verbunden. Dies führt zu Sorgen zur weiteren konjunkturellen Entwicklung insgesamt“, meint Markus Schön Geschäftsführer Deutsche Vorsorge Asset Management (DVAM). Er erwartet, dass es im zweiten Halbjahr 2015 durch die anhaltend niedrigen Ölpreise zu erheblichen Marktverwerfungen kommen wird und der Dax mit 7.700 Punkten auf ein Mehrjahrestief zwischenzeitlich zurückfallen wird.

Stephan Heibel vom Analysehaus Animusx sieht das gelassener: „Ich würde diesen Fehlstart noch nicht als Signal für einen Ausbruch aus den durchschnittlichen Erwartungen für das Jahr 2015 betrachten“. Er hat die Ergebnisse der großen Dax-Umfrage 2015 auf Handelsblatt Online analysiert und interpretiert. Bei dieser Umfrage wurden Anleger unter anderem nach den Höchst- und Tiefpunkten im Jahr 2015 befragt, wie hoch der Dax am Jahresende steht und nach Ihrer Einschätzung über andere Anlagemöglichkeit wie Anleihen und Rohstoffe.

Das wichtigste Ergebnis: Das durchschnittliche Dax-Kursziel aller Teilnehmer für das Jahresende 2015 lautet 10.650 Punkte. Das entspricht einem Kursplus von 8,5 Prozent und spiegelt die große Zuversicht der Anleger wider. Dann nach den Haussejahren 2012 (Dax +29 Prozent) und 2013 (Das +26 Prozent) schnitt das Jahr 2014 verhältnismäßig bescheiden mit einem Plus von nur 2,7 Prozent ab.

Die nunmehr erwarteten plus 8,5 Prozent für das neue Jahr 2015 sehen da wie eine vernünftige Erwartung aus. „Doch Vernunft setzt sich nur langfristig an den Börsen durch, kurzfristig dominieren stets Übertreibungen“, meint Heibel.

Bei einer Umfrage zur Börsenstimmung liegt immer das Augenmerk auf das, was die Mehrheit erwartet. Ganz im Sinne der gegensätzlichen Meinung („Contrarian-Theory“). Diese Theorie geht davon aus, dass die allgemeine Meinungsbildung über Markttendenzen falsch ist. „Sollte der Dax aus dem mehrheitlich erwarteten Verhaltensmuster ausbrechen, dann müssen wir mit heftigen Übertreibungen rechnen“, erläutert Heibel.

Kommentare zu " Dax-Umfrage 2015: Fehlstart – und nun?"

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  • Man kann in der ersten vollen Woche nichts für den Jahresverlauf ableiten.
    Erinnern wir uns an 2000 .Da ging es am ersten Handelstag erst deutlich hoch,dann drehte er mittags nach unten und am dritten Handelstag hatten wir vom Top des ersten Tages fast 750 Punkte verloren.Trotzdem startete der DAX da seine Rally bis 8136 im März.

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