Dax-Umfrage
Blamage für die Profis

Der Dax markiert ein neues Allzeithoch, doch institutionelle Anleger haben offenbar das Gegenteil erwartet. Sie müssen ihre Positionen auflösen und feuern damit die Rally an. Wie es mit dem Leitindex weiter gehen dürfte.
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DüsseldorfDie erste Runde der französischen Präsidentschaftswahlen löste an Märkten einen Erleichterungsrally aus. Der Dax stieg um mehr als drei Prozent und erreichte ein neues Allzeithoch. Doch von dieser Rally dürften viele institutionelle Anleger nicht profitiert haben. Im Gegenteil: Die Profis, die an der Frankfurter Terminbörse Eurex handeln, haben ihre Absicherungen in der vergangenen Woche dramatisch hochgefahren. „War es die Absicherung vor den Frankreich-Wahlen, die ein vorsichtiger Fondsmanager eingehen muss, oder war es eine Spekulation auf fallende Kurse?“, fragt Börsenexperte Stephan Heibel. Eine Antwort darauf zu erhalten ist allerdings kaum möglich.

Die Konsequenz aus diesem Verhalten der Institutionellen kann man am heutigen Handelstag sehen. Nach einem deutlichen Plus zum Handelsauftakt waren die Profis gezwungen, ihre Positionen aufzulösen, um die Verluste nicht ausufern zu lassen. Das hat die heutige Rally weiter beflügelt.

Und auch für die kommenden Handelstage sieht es positiv aus: „Da sich Anleger in den vergangenen Wochen mit Engagements zurückgehalten haben, könnte diese Rally durchaus weiterlaufen“, prognostiziert Heibel.

Anders als die Profis haben sich die Privatanleger, die an der Stuttgarter Börse Euwax aktiv sind, positioniert. Das dortige Sentiment, das anhand von realen Trades mit Hebelprodukten auf den Dax ermittelt wird, zeigt: Die Absicherungspositionen wurden drastisch aufgelöst, dieser Index notierte am vergangenen Freitag schon wieder fast im neutralen Bereich.

Woche für Woche prognostiziert Stephan Heibel, wie der Dax sich in den kommenden Handelstagen entwickeln dürfte. Basis dafür ist die Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter mehr als 2400 Anlegern. Der Inhaber des Analysehauses Animusx betrachtet die Ergebnisse der Erhebung über die aktuelle und die künftige Börsenentwicklung vor allem als Kontraindikatoren. Vereinfacht gesagt: Sind Anleger beispielsweise zu pessimistisch, ist das eher ein Indiz für bald steigende Kurse. Weil dann viele ihre Aktien bereits verkauft haben und neue Käufe schnell zu höheren Kursen führen.

Das lässt sich am besten anhand der Handelsblatt-Jahresumfrage erklären: Bei der Erhebung Ende Dezember des vergangenen Jahres ging es um das Börsenjahr 2017. Das damalige Ergebnis: Viele Anleger fürchteten, dass die Trump-Rally nicht nachhaltig sei, erwarteten bereits im Januar Jahreshöchstkurse für den Dax und bereiten sich auf deutlich tiefere Kurse im weiteren Jahresverlauf vor. „Wenn das die Erwartung der meisten Anleger ist, dann sollte es gemäß der Sentiment-Theorie gerade genau anders kommen“, meinte der Börsenexperte in seiner Auswertung Anfang Januar 2017. Was bislang ja auch eingetreten ist.

Interessant war für ihn damals bereits die Marke von 12.390 Zählern – das bisherige Dax-Allzeithoch. Sollte der Dax im Verlauf des Jahres die Marke von 12.400 Punkten überspringen, was er an diesem Montag getan hat, so wird laut der Umfrage jeder zweite Anleger auf dem falschen Fuß erwischt. „Um noch von den Kursanstiegen zu profitieren, werden sie Aktien nachkaufen müssen. Und heizen dann die Rally weiter an“, erläuterte Heibel damals.

Kommentare zu " Dax-Umfrage: Blamage für die Profis"

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  • Arm werden mit Anlagen in Europa, seit Jahren keine Verbesserung, egal wo.
    Armut als politisches Ziel, das ist einmalig. Daher das Geld von Herrn Draghi nehmen ,im Ausland Investieren und warten bis die EU platzt. Das schreibt der Geld-Prophet und der hat immer recht. Reich werden mit den Kommentaren vom Finken im Handelsblatt Ha Ha Ha

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