Dax-Umfrage
„Die Luft ist vorerst raus“

Der Treiber für die deutlichen Kursgewinne während der Trump-Rally hat sich aufgelöst. Anleger sollten in dieser Woche auf drei wichtige Quartalszahlen achten, die die weitere Richtung der Aktienmärkte vorgeben dürften.
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DüsseldorfNoch vor einer Woche war für den Börsenexperten Stephan Heibel klar, dass die „Verschnaufpause an den Aktienmärkten nicht zu lange dauern dürfe, wenn steigende Kurse nachhaltig bleiben sollten“. Der Grund für seine Ansicht: Der Zukunftsoptimismus der Anleger bei der Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung war deutlich angestiegen.

Der Optimismus ist wichtig für Verschnaufpausen, damit sich keine Abwärtsdynamik entwickeln kann. Sollten die Kurse fallen, wird bei einem hohem Zukunftsoptimismus in der Regel frühzeitig gekauft. Eine kurzzeitige Verschnaufpause oder auch eine längerfristige Korrektur endet in solchen Fällen meistens schnell. Dauert die Verschnaufpause zu lange, so dass irgendwann alle optimistischen Anleger gekauft haben, können die Kurse nach unten durchsacken.

In der vergangenen Woche konnte der Dax mit einem Wochenplus von 0,3 Prozent auf 11.629 Punkte nicht aus der Seitwärtsbewegung ausbrechen. Kommt es nun zu fallenden Kursen? Oder wird die Rally fortgesetzt?

Das aktuelle Umfrageergebnis zeigt: Die Euphorie der Vorwochen nimmt wieder ab. Nur noch gut jeder Fünfte (minus fünf Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) sieht in der aktuellen Dax-Entwicklung einen Aufwärtsimpuls. Hingegen fürchtet die gleiche Zahl eine Topbildung. Die meisten tummeln sich im Lager der Neutralen, die Zahl der Antworten, die eine Seitwärtsbewegung andeuten, steigt um vier Prozentpunkte auf 47 Prozent.

Die Seitwärtsbewegung dieser Woche zehrte jedoch an den Nerven der Anleger. Nur noch zwölf Prozent (minus drei Prozentpunkte) haben auf diese Entwicklung spekuliert. 55 Prozent (minus fünf Prozentpunkte) fühlen sich zum größten Teil bestätigt. Mit 27 Prozent (plus sieben Prozentpunkte) gibt es nun jedoch wieder deutlich mehr Anleger, die latent unzufrieden sind (Erwartung kaum erfüllt). Nur noch sechs Prozent wurden völlig überrascht.

Die Erwartung an die Börsenentwicklung in drei Monaten bleibt durchwachsen: 26 Prozent der Anleger (minus drei Prozentpunkte) erwarten weiter steigende Kurse, 31 Prozent (plus sechs Prozentpunkte) fürchten fallende Kurse und 28 Prozent (minus drei Prozentpunkte) gehen von einer Seitwärtsbewegung aus. „Damit ist die Erwartung leicht negativ, was bei der grundsätzlich optimistischen Einstellung von Anlegern eher selten der Fall ist“, erläutert Heibel.

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