Dax-Umfrage
„Ein Ausverkauf ist unwahrscheinlich“

Seit knapp drei Jahren ermittelt das Dax-Sentiment – die große Handelsblatt-Umfrage unter Anlegern – die aktuelle Börsenlage. Ein bisher treffsicherer Indikator signalisiert nun eine Trendwende am deutschen Aktienmarkt.
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Düsseldorf„Der Nordkorea-Konflikt könnte sich schlimmstenfalls zum neuen Dauerkrisenherd entwickeln, um den sich die USA mit Russland und China streiten“, prognostizierte Börsenexperte Stephan Heibel vor einer Woche und empfahl den Anlegern abzuwarten. Er hielt sogar durchaus eine Ausweitung der Korrektur für möglich. Doch die Kriegsrhetorik zwischen den USA und Nordkorea löste sich zunächst auf, der deutsche Leitindex legte in der vergangenen Woche um 1,3 Prozent zu.

Seine Empfehlungen leitet Heibel aus den Ergebnissen des Handelsblatt-Dax-Sentiments ab, einer wöchentlichen Umfrage unter mehr als 2.600 Anlegern zur aktuellen Börsenstimmung und zu ihren Erwartungen. Bei der Interpretation achtet der Geschäftsführer des Analysehauses Animusx vor allem auf Kontraindikatoren. Sind beispielsweise die Anleger euphorisch und erwarten Kursgewinne, ist das ein Indiz für bald fallende Notierungen. Denn in diesem Fall sind fast alle investiert und fallen als Käufer aus, sollten die Kurse nachgeben.

Nach den Kursgewinnen der Vorwoche hat sich die Stimmung der Anleger erholt. Nur noch 48 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen aktuell einen Dax-Abwärtstrend – vor einer Woche waren das noch 64 Prozent. Doch die ehemaligen Pessimisten sind nicht ins Lager der Optimisten gewechselt, das nur um einen Prozentpunkt auf fünf Prozent angestiegen ist. Dafür sehen mittlerweile 35 Prozent den Dax in einer Seitwärtsbewegung (plus 19 Prozentpunkte). Eine Bodenbildung, von der aus die Kurse bald wieder steigen dürften, erkennen nur noch acht Prozent (minus sechs Prozentpunkte). An eine Topbildung glauben vier Prozent (plus ein Prozentpunkt).

Auch die Selbstzufriedenheit der Umfrageteilnehmer ist wieder leicht gestiegen. Die Zahl der Frustrierten, deren Erwartungen an die vergangene Handelswoche „überhaupt nicht erfüllt“ wurden, ist um zwanzig Prozentpunkte auf 14 Prozent gesunken. Jeder Zehnte (plus ein Prozentpunkt) hat offenbar auf die Entwicklung der vergangenen Handelstage spekuliert. 42 Prozent (plus sieben Prozentpunkte) sehen ihre Erwartungen als „zum größten Teil“ erfüllt, 35 Prozent (plus zwölf Prozentpunkte) als „kaum erfüllt“. Noch in der Vorwoche war die Verunsicherung so groß wie zuletzt nach dem überraschenden Wahlsieg Donald Trumps im November des vergangenen Jahres. Diese Situation hat sich aber wieder entspannt.

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Der Optimismus zieht wieder an. 41 Prozent der Anleger erwarten steigende Kurse in drei Monaten, drei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Das Lager hat sich durch vorher neutrale Investoren gefüllt: Nur noch 27 Prozent (minus drei Prozentpunkte) setzen auf eine Seitwärtsbewegung. Dagegen ist die Zahl der Pessimisten mit 18 Prozent gleich geblieben. Kaum verändert hat sich der Anteil der Erwartungen zur Topbildung (zwei Prozent) und Bodenbildung (zwölf Prozent) in drei Monaten.

Doch kaufen wollen die Anleger nicht sofort. Die Zahl derer, die in den nächsten 14 Tagen investieren wollen, ist um vier Prozentpunkte auf 18 Prozent gesunken. Genauso viele wollen verkaufen (plus ein Prozentpunkt). 64 Prozent wissen noch nicht, ob sie überhaupt investieren wollen.

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Treffsicherer Indikator

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Niedrige Investitionsquote

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