Depot Contest
Gefragte Exoten

Seitdem die US-Notenbank Fed die Leitzinsen erhöht hat, stehen die Kurse von Staatsanleihen unter Druck. Vermögensverwalter bevorzugen derzeit Papiere aus den Schwellenländern sowie Hochzins-Bonds.
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KölnSchwellenländeranleihen, Hochzins-Bonds und Nachrangobligationen: Wer bei Anleihen noch einigermaßen attraktive Zinsen bekommen will, kommt mit herkömmlichen Staatsanleihen nicht weit und muss auf riskantere Papiere ausweichen. Die Zinswende hat zwar bereits eingesetzt, aber dennoch sind die Renditen gerade bei Staatsanleihen in Europa noch sehr niedrig.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist von minus 0,2 Prozent im vergangenen Juli auf zuletzt rund 0,4 Prozent gestiegen. „Die erwarteten weiteren Zinsschritte der US-Notenbank werden diesen Trend sicherlich weiter unterstützen“, sagt Bernd Linke, Geschäftsführer der Hoppe Vermögensbetreuung aus Menden. „Bis zum Jahresende halte ich bei zehnjährigen Bundesanleihen Renditen von 0,7 Prozent oder mehr für realistisch.“

Das Problem: Wenn die Renditen steigen, fallen die Kurse der Festverzinslichen. Anleger müssen dann entweder beim zwischenzeitlichen Verkauf der Anleihen Kursverluste realisieren, die an der absolut gesehen immer noch schmalen Rendite zehren, oder aber die Papiere bis zum Laufzeitende halten.

Das ist bei zehn Jahren Laufzeit und mehr auch nicht jedermanns Sache. Hinzu kommt, dass die Inflation im Euro-Raum wieder anzieht, was die reale Verzinsung der Papiere sinken lässt. Dabei dürften die Zinserhöhungen der US-Notenbank (Fed) auch die Kurse von Bundesanleihen weiter unter Druck setzen – auch wenn die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen weiter niedrig halten dürfte. Investoren rechnen damit, dass die Fed den Leitzins in diesem Jahr noch zweimal erhöhen wird.

Für Vermögensverwalter Linke sind Bundesanleihen derzeit entsprechend unattraktiv. Das gleiche Schicksal ereilt Bonds aus anderen Ländern des alten Kontinents: „Ich halte in meinen Depots nahezu keine klassischen europäischen Staatsanleihen mehr“, sagt Linke. Der Vermögensverwalter nimmt mit seinen Musterdepots am jährlichen Depot-Contest des Online-Brokers DAB BNP Paribas, einer Tochter der französischen Großbank BNP Paribas, teil. Das Handelsblatt ist Medienpartner. „Die Renditen im kurzfristigen Bereich sind nach wie vor negativ, und im längerfristigen Bereich ist mir das Zinsänderungsrisiko im Verhältnis zur erzielbaren Rendite zu hoch“, meint Linke.

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