Depot-Contest zur US-Zinswende
Die Angst vor dem unerwarteten Schub

Es gibt auf dem Parkett kaum ein anderes Thema. Wann erhöht die US-Notenbank die Zinsen? Und um wieviel Prozent? Kommt es zu Turbulenzen an den Märkten? Alles hängt von den heutigen Arbeitsmarktzahlen ab.
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DüsseldorfDie Rally an den Aktienmärkten läuft im siebten Jahr – getrieben von der Politik des billigen Geldes der weltweiten Notenbanken. Doch zumindest die amerikanische Fed bereitet den Kurswechsel vor. Nur wann kommt die Zinswende? Spekulationen über den Zeitpunkt bestimmen aktuell das Geschehen auf dem Parkett. Ursprünglich waren Börsianer davon ausgegangen, dass der erste Zinsschritt schon im nächsten Monat ansteht. Doch sicher ist das nicht.

In den vergangenen Tagen war heftig darüber spekuliert worden, ob die Notenbank Fed den Schlüsselsatz doch erst im Dezember anhebt. Auslöser waren unerwartet schwache Arbeitsmarktdaten. So entstanden nach Zahlen des Arbeitsvermittlers ADP in der US-Privatwirtschaft im Juli deutlich weniger neue Jobs als von Experten vorausgesagt. Die Statistik nährte am Markt Zweifel an der bisherigen Einschätzung, dass die Notenbank bereits im September mit ihren Leitzinserhöhungen beginnen wird. Mit Spannung werden deshalb die aktuellen US-Arbeitsmarktzahlen erwartet, die am heutigen Freitag veröffentlicht werden.

Die meisten Vermögensverwalter sind überzeugt, dass die Zinserhöhung noch in diesem Jahr kommt, aber noch nicht im September. „Eine Zinserhöhung erwarten wir erst zum Jahresende, da die Fed wohl noch weitere Daten vom Arbeitsmarkt abwarten wird“, sagt Frank Zaydowicz, Vorstand von PDB Anlage-Management. An einen Kurswechsel glaubt auch Ingo Schweitzer von der AnCeKa Vermögensbetreuung nicht. „Bisher hat die Notenbank in einem Wahljahr noch nie eine Änderung ihrer Strategie begonnen“, ergänzt er.

In den vergangenen Tagen hatten sich gleich mehrere führende Fed-Mitglieder geäußert. Sie sehen die Zeit für eine Abkehr von der Nullzinspolitik gekommen. Die Wirtschaftsdaten müssten diesen wichtigen Schritt aber auch rechtfertigen, betonte Fed-Direktoriumsmitglied Jerome Powell. Zunächst müsse die Notenbank deshalb die Wirtschaftsdaten daraufhin prüfen, ob eine Anhebung bereits im September in Frage komme. Vor allem die Arbeitsmarktzahlen seien dafür ein Schlüsselfaktor. „Nichts ist entschieden“, sagte Powell dem Fernsehsender CNBC.

Der Chef der Fed von Atlanta, Dennis Lockhart, hat sich hingegen weitgehend festgelegt. Es müsse schon eine „deutliche Verschlechterung“ der Wirtschaftslage eintreten, bevor er eine Anhebung im September nicht mittragen würde, sagte er dem „Wall Street Journal“. Er gilt als Gemäßigter im Offenmarktausschuss der Fed und ist dort stimmberechtigt. Die Fed hält die Zinsen seit dem Höhepunkt der Weltfinanzkrise Ende 2008 auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent.

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Moderate Zinsschritte sind eingepreist - mehr nicht

Kommentare zu " Depot-Contest zur US-Zinswende: Die Angst vor dem unerwarteten Schub"

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  • Klasse Andersen, Sie sind mein Kommentarheld.

  • "Unerwartet" ist dieser Schub ja wohl nicht.
    Seit langem weiß man, daß die Zinsen mal erhöht werden müßen.

    Unerwartet wäre, wenn ich über die Straße gehen will, und ich schaue nach links, dann nach rechts, wieder nach links, die Straße ist frei, ich will losgehen aber von oben fällt mir ein Klavier auf den Kopf, das ist unerwartet.

    Die zinserhöhung ist soweit eingepreist, aber was soll sich ändern, nichts.
    Die Zinsen bleiben ja historisch niedrig.

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