Der Dejima Fund bringt seinen Anteilseignern ein Plus von 158 Prozent
Kleiner Hedge-Fonds sorgt für Furore

Die Hitliste der weltweit erfolgreichsten Hedge-Fonds ist in den vergangenen Monaten stark durcheinander gewürfelt worden. Die beste Wertentwicklung unter den global tätigen Hedge-Fonds wies von Juni 2003 bis Ende Juni 2004 Dejima Fund Ltd. auf.

HB NEW YORK. Die britischen Manager dieses Hedge-Fonds sind auf den Optionsmarkt für japanische Wandelanleihen spezialisiert. Dejima brachte seinen Anteilseignern in diesem Zeitraum einen Ertrag von 158,1 Prozent. Platz zwei in der Performance- Rangliste nimmt der Matterhorn Palmyra Fund ein. Den dritten Platz belegte der Opportunity Fund-Brazilian Aggressive Equities Sub-Fund. Damit wurden größere Konkurrenten wie der Quantum Endowment Fund des Hedge- Fonds-Pioniers George Soros auf die Plätze verwiesen.

Der Dejima Fund mit einem Anlagekapital von 30 Mill. Dollar wird von der Stratton Street Capital in London verwaltet. Er wurde im Jahr 1998 zum Ausgabepreis von 100 Dollar je Anteil aufgelegt. Der Kurs kletterte im Windschatten des Konjunkturaufschwungs in Japan bis zum Monat Juli des Jahres 2000 auf 305 Dollar. Seinerzeit wuchs die japanische Wirtschaft mit einer Jahresrate von 3,9 Prozent. Danach allerdings ging es mit der Performance bergab. In den Jahren 2002 und 2001 fuhr Dejima Wertverluste von 52,8 beziehungsweise 60,5 Prozent ein. Dies auch, weil die Aktienkurse in Tokio bis Ende 2002 auf ein Zehnjahrestief absackten. Parallel zu dieser Entwicklung fiel der Wert von Dejima bis auf 29 Dollar je Anteil zurück.

"Die Leute sagten, Japan sei grässlich und man wolle in diesem Markt nicht investieren", erinnert sich Trevor Sliwerski. Der 53-Jährige, der seit 23 Jahren Geld in Japan anlegt, steuert den Dejima Fund von London aus. "Um in Japan zu überleben, muss man Geduld mit sich selbst haben". Nachdem Japans Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2004 wieder auf 6,1 Prozent geklettert war, erlebte Dejima ein beeindruckendes Comeback und schlug auch den Quantum Endowment Fund von Altmeister George Soros. Der mit einem Kapital von 8,3 Mrd. Dollar weltgrößte Hedge-Fonds brachte den Investoren in den zwölf Monaten bis Ende Juni ein Plus von 14,6 Prozent. Der mit 4,7 Mrd. Dollar weltweit zweitgrößte Hedge-Fonds, Fairfield Sentry Ltd., brachte es auf eine Wertsteigerung von 8,3 Prozent.

Die noch junge Branche der Hedge-Fonds zog in den zwölf Monaten bis Ende März 2004 weltweit Kapital in Höhe von 103,4 Mrd. Dollar an, gegenüber 17,7 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum, wie Daten von Tremont Capital Management belegen. "Das Wachstum der Hedge- Fonds wird vor allem durch Pensionsfonds getrieben, die mehr Gelder investieren," sagt Sanjay Tikku, Leiter Investmentstrategie Europa und Asien bei Tremont.

Derzeit sind auf Emerging-Markets spezialisierte Hedge-Fonds bei den Anlegern am stärksten gefragt. Die Investoren wollen dabei auch von steigenden Rohstoffpreisen profitieren. Drei der fünf Hedge-Fonds mit der besten Wertentwicklung haben in Asien investiert – und zwar sowohl in den Schwellenländer als auch in Japan. Zwei der zehn in der Ertragsentwicklung führenden Fonds haben sich auf Russland als Anlageland konzentriert. Einem Land also, das als Öl- und Gaslieferant vom Energieboom profitierte.

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