Deutsche-Bank-App
Spielerisch zum Börsenprofi?

Das klingt ungewöhnlich: Mit einem iPad-Spiel sollen aus Laien Anlageexperten werden – auf intuitive Weise und ohne lange Erklärungen. Ein Selbstversuch zeigt, ob Simvestor, wie sich das Spiel nennt, funktioniert.

FrankfurtEin Börsenspiel, bei dem unerfahrene Privatleute in Einzelaktien investieren? Haben Kleinanleger nicht schon genug Geld verloren, wenn sie auf einzelne Unternehmen getippt haben? Man denke nur an den Verlust und das Trauma, das viele durch die Telekom-Aktie erlitten haben. Und nun gibt die Deutsche Bank Simvestor heraus, eine Börsen-App für das iPad.

„Es ist kein Zockerspiel, bei dem möglichst hohe Renditen erzielt werden sollen“, sagt Jürgen von der Lehr, Leiter von Maxblue, der Online-Investment-Plattform der Deutschen Bank und zuständig für Digital Innovation. „Es geht darum, Börseneinsteigern die Mechanismen des Kapitalmarktes und die Bedeutung einer Diversifikation im Portfolio zu vermitteln.“ Die Idee kommt zur rechten Zeit, denn in Punkto Geldanlage stecken viele Deutsche in einem Dilemma: Ihre heiß geliebten, einfach zu verstehenden und vergleichsweise risikoarmen Zinsprodukte werfen kaum noch Rendite ab. Doch vor anderen Formen des Investierens, vor allem dem Börsenhandel, schrecken viele zurück – zu kompliziert und zu riskant.

Hilft Simvestor da tatsächlich weiter? Zeit für einen Selbstversuch. Die App ist installiert und ich bin sofort mitten im Geschehen. Statt eine lange Spielanleitung durchlesen zu müssen, werde ich Schritt für Schritt durch die Funktionen geführt. Auf einer Übersichtsseite gibt es links eine Spalte mit Nachrichten: „InterChem AG kann trotz Absatzplus Gewinn nicht steigern“, „Leitzins soll weiter auf dem aktuellen Niveau verharren“ oder „Dollar stärker, Euro sinkt, Exportwerte beflügelt“. Die Meldungen könnten auch in einer Zeitung stehen, doch laut von der Lehr handelt es sich um eine „simulierte Umgebung, erfundene Unternehmen und ausgedachte Kursverläufe, die auf realen Marktszenarien aufbauen“.

Im rechten Bildbereich sehe ich einen großen Kurs-Chart, einige Aktien zur Auswahl, meinen Kontostand, der anfangs 10.000 Euro beträgt, einen Button, über den ich zu meiner Depotübersicht gelange und einen, der zur „Traderpedia“ führt, dem Nachschlagewerk, in dem Begriffe wie Dividende oder ETF erklärt werden. Und dann ist da noch ein Feld, mit dem ich die Simulation starten kann. Einmal berührt, ziehen die Tage und Wochen dahin: Der Verlauf des Aktienkurses wird simuliert und es werden immer neue Nachrichten eingeblendet.

Schnell lerne ich, wie ich Aktien kaufen kann, dabei gebe ich nicht nur die Stückzahl an, sondern auch mein Gewinnziel. Das gibt es im echten Online-Depot nicht. Doch für von der Lehr ist das Teil des Lernprozesses: „Die meisten Fehlinvestitionen tätigen Anleger, weil sie kein Ziel definieren, das sie mit dem Kauf eines Wertpapiers erreichen wollen.“ Nach der kurzen Einführung startet meine erste Mission: „Kaufe und verkaufe Aktien“ – und ich bekomme den Hinweis, dass ich nie alles auf eine Karte setzen sollte. Anfangs kann ich nur sechs Aktien handeln, mit steigender Erfahrung und dem Erklimmen höherer Spielstufen werden es mehr. Ich lese die Unternehmensbeschreibung und kaufe. Habe ich mein Gewinnziel erreicht, verkaufe ich.

Seite 1:

Spielerisch zum Börsenprofi?

Seite 2:

Unvorhergesehene Ereignisse

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%