Dividenden auf Rekordkurs
Dax-Aktionäre kassieren kräftig ab

Die Dax-Konzerne zahlen ihren Anteilseignern wieder großzügige Dividenden. Der alte Rekord aus der Zeit vor der Finanzkrise könnte bald übertroffen werden. Aber Vorsicht, nicht jedes Unternehmen zahlt verlässlich.
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FrankfurtDie deutschen Unternehmen locken mit üppigen Dividenden. Die 30 größten Firmen im Dax könnten im nächsten Jahr so viel an ihre Aktionäre ausschütten wie nie zuvor. Andreas Hürkamp, Aktienspezialist der Commerzbank, hat seine Dividendenschätzung gerade erst erhöht. Er geht nun davon aus, dass die Unternehmen aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) den Anlegern insgesamt 29,2 Milliarden Euro spendieren werden. Damit würde der bisherige Rekord von 28,1 Milliarden Euro noch übertroffen. So viel hatten die Unternehmen im Jahr 2007 gezahlt - vor der Finanzkrise.

Die Zeit der Zurückhaltung scheint endgültig vorbei zu sein. "Zwei Jahre lang mussten die Aktionäre nicht nur mit sinkenden Aktienkursen und Buchverlusten in den eigenen Depots klarkommen, sondern bekamen von den Unternehmen auch bei der Dividende größtenteils Magerkost serviert", erinnert Ulrich Hocker, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), an die Folgen der Finanzkrise. "Aber diese Zeiten sind nun glücklicherweise vorbei."

Inzwischen haben sich die Kurse erholt. Der Dax hat seit seinem Tief im März 2009 mehr als hundert Prozent gewonnen und notiert wieder über 7 500 Punkten. Das liegt in erster Linie an der Stärke der deutschen Wirtschaft. Die Unternehmen haben sich deutlich schneller von der Krise erholt, als es die Experten vermutet hatten. "Die Gewinne fallen deutlich stärker aus als erwartet", sagt Experte Hürkamp. Den Aktionären kommt das direkt zugute. Von den 30 Dax-Größen haben 23 in diesem Jahr die Dividende erhöht.

Nur ein Unternehmen zahlt weniger als im Vorjahr: die Telekom. Deren Dividende sinkt von 78 Cent auf 70 Cent je Aktie. Absolut gesehen schütten die Bonner aber immer noch mehr als jedes andere deutsche Unternehmen aus, insgesamt 3,03 Milliarden Euro. Dahinter folgen Eon mit drei Milliarden, Siemens mit 2,5 Milliarden sowie Allianz und BASF mit je zwei Milliarden Euro.

Für viele Anleger ist die Dividende oder besser gesagt die Dividendenrendite eines der wichtigsten Argumente beim Kauf einer Aktie. Die Dividendenrendite gibt das Verhältnis von Dividende zum aktuellen Aktienkurs an. Je höher, desto rentabler ist eine Aktie. Bei einigen Aktien liegt die Dividendenrendite sogar über dem Zinskupon für Anleihen desselben Unternehmens.

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