Drei Strategien, drei Depots
Alle Augen auf China!

Früher gab die Wall Street für alle Börsen weltweit den Takt vor. Heute spielen aber auch Europa und insbesondere China eine wichtige Rolle. Frank Wiebe fürchtet deshalb, dass die Börse noch etwas politischer wird.
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Die Amerikaner reden viel davon, dass sie in ein paar Jahren möglicherweise von den Chinesen als größte Wirtschaftsnation überholt werden. Und manchmal ist an der Börse schon so etwas vorab zu spüren. Früher gab die Wall Street für alle Börsen weltweit den Takt vor. Heute spielt Europa manchmal auch eine Rolle – aber eigentlich nur, wenn die Krise dort gerade wieder hochkocht und die Stimmung verdirbt.

Neu ist aber, dass immer wieder die Chinesen den Takt vorgeben. Am Montag ist die Wall Street schwächer gestartet, weil Chinas Markt unter Druck stand – das wäre früher undenkbar gewesen. Damit ist die Börse aber noch etwas politischer geworden – denn in China hängen die Kurse doch sehr stark an politischen Entscheidungen.

Die amerikanische Privatbank Brown Brothers Harriman glaubt allerdings, dass die Chinesen sehr vorsichtig vorgehen bei ihrer "makroökonomischen Steuerung". Die Zentralbank werde eher "höflich darum bitten", bei der Kreditvergabe etwas vorsichtiger zu sein, als einfach die Zinsen zu erhöhen. Mit anderen Worten: Eigentlich ist Peking auf dem richtigen Weg. Die Regierung versucht eine Überhitzung zu vermeiden und möchte auch die Inflation zurückdrängen, ohne dabei aber die wirtschaftliche Entwicklung abzuwürgen.

Wenn dies gelingt, dürfte es im übrigen auch direkt der deutschen Wirtschaft und damit auch deutschen Aktien zu Gute kommen. Denn der chinesische Markt ist für viele heimische Unternehmen enorm wichtig - selbst da, wo er noch nicht den größten Exportanteil hat, ist er häufig für die Wachstumsperspektive unentbehrlich.

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