Drei Strategien, drei Depots
„Bisher geht die Strategie auf"

Georgios Kokologiannis fährt in seinem Depot saftige Gewinne ein. Jürgen Röder setzt bei seiner Anlage lieber auf neue Finanzprodukte. Und Kerstin Leitel kommt zu dem Schluss, dass Anleger immer anspruchsvoller werden.
  • 0

Bis zu zehn Prozent Ertrag in etwa einem Monat habe ich bisher mit meinen Sprint-Zertifikaten auf den Euro Stoxx 50 erzielt (WKN: VTA69N). Der Aktienindex ist noch höher als erwartet gestiegen. Davon profitieren die Papiere doppelt.

Oberhalb von 2  662 Punkten schalten sie den Turbo ein: Indexgewinne darüber werden in meinem Depot um den Faktor zwei gehebelt. So, als ob ich auf einen Schlag plötzlich doppelt so viele Anteile am Leitindex besäße. Der Clou: Fällt der Stoxx wieder unter die Sprint-Schwelle zurück, dann verschwinden meine „imaginären“ Extra-Anteile wieder aus dem Portfolio  – an Verlusten werde ich nicht überproportional beteiligt. Im Gegenzug profitiere ich von steigenden Indexständen maximal bis zur Marke von 2 918 Zählern.

Diese Zertifikate dienen dazu, meine eher auf Verlustvermeidung ausgerichtete Zusammensetzung des Portfolios abzurunden. Hintergrund: Mein oberstes Anlageziel ist es, auf lange Sicht eine Gesamtrendite von im Schnitt sechs bis acht Prozent zu erreichen – und zwar möglichst nervenschonend. Da ich kurzfristig weiterhin eher eine schwankungsstarke Seitwärtsbewegung an den Börsen ausgehe, habe ich einen Großteil der Einzelaktien sowie Anleihen verkauft und gegen defensivere Anlagepapiere eingetauscht: Spezielle Discount- und Bonuszertifikate. Diese werfen selbst dann zwischen sechs und zwölf Prozent Rendite ab, wenn Dax und Co. mal längere Zeit nicht richtig vom Fleck kommen oder sogar etwas fallen.

Mit dieser Ausrichtung meines Portfolios konnte ich den Benchmark-Index der Musterdepots „Stoxx 50“ deutlich abhängen, seitdem ich das Portfolio Anfang Juni übernommen habe.  Mit der Konzentration auf defensive Anlageinstrumente sind die erzielbaren Gewinne allerding teilweise eng begrenzt. Mit den Sprintzertifikaten verhindere ich, dass mein Depot abgehängt wird, wenn es doch mal unerwartet kräftig nach oben geht am Aktienmarkt – so wie zuletzt: Die gehebelten Gewinne der Sprinter kompensieren in solch einem Szenario einen Teil der entgangenen Erträge bei den defensiven Discountern und Bonuspapieren. Bisher geht die Strategie auf.

Kommentare zu " Drei Strategien, drei Depots: „Bisher geht die Strategie auf""

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%