Drei Strategien, drei Depots
„Börse befindet sich im Endstadium ihres Zyklus'“

Die Maßnahmen der Notenbanken stoßen langsam an ihre Grenzen. Für Handelsblatt-Redakteur Frank Wiebe stellt sich die Frage: Investiert bleiben und Dividenden abgreifen oder aussteigen?
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Die Bestellungen „dauerhafter Wirtschaftsgüter“ in den USA lagen deutlich niedriger, als Experten erwartet hatten. Das heißt: Die Anzeichen dafür, dass die Erholung der amerikanischen Wirtschaft nur wenig Schwung hat, verdichten sich. Der Versuch der US-Notenbank, mit einer leichten Geldpolitik die Nachfrage anzukurbeln, stößt offenbar an seine Grenzen. Und die automatischen Kürzungen im US-Haushalt zeigen vielleicht doch etwas mehr Wirkung als gedacht. Alles das spricht dafür, dass sich auch die Börse im Endstadium ihres Zyklus’ befindet. Und damit stellt sich die Frage: Rausgehen und Gewinne realisieren oder drinbleiben und sich von Dividenden ernähren? Die zweite Version ist wahrscheinlich ohne zwischenzeitlich wenig erfreuliche Depotstände nicht zu haben.

Damit stellt sich die Frage nach der grundsätzlichen Taktik des Depots: Liegen lassen oder nicht? Eigentlich würde der Ansatz, vernünftig bewertete Aktien zu kaufen und auf Dividenden zu setzen, eher dazu passen, die Papiere liegen zu lassen, statt hektisch zu handeln und damit möglicherweise mehr Schaden als Nutzen anzurechnen.

Die vergangenen Jahre haben aber gezeigt, dass häufig der große Börsentrend von Geldpolitik oder Blasen bestimmt war und wenig mit den Unternehmensgewinnen zu tun hatte. Die Schwankungen waren mitunter einfach zu groß um sie auszusitzen. Daher wird es wohl auf einen gemischten, pragmatischen Ansatz hinauslaufen.

Kommentare zu " Drei Strategien, drei Depots: „Börse befindet sich im Endstadium ihres Zyklus'“"

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  • Ich frage mich, ob überhaupt einer der Redakteure einen Stop Loss eingebaut hat oder ist das für die drei ein Fremdwort. Wann wird denn z.B. Frau Schwarzer bei ihren Commerzbank-Aktien die Notbremse ziehen? Wahrscheinlich gar nicht.

  • Hoffentlich befindet sich auch diese Kolumne im Endstadium ihre Zyklus.

    @KIS: Volltreffer! Man ist immer ein Beispiel, entweder ein gutes oder ein schlechtes. An Letzterem kann man auch viel lernen!

  • Ich bleibe dabei. Die drei Redakteure zeigen wunderbar auf "wie man es nicht machen sollte".

    Die heute geschilderten Überlegungen zum Verkauf sind doch genau dass, was die Finanzwelt uns eintrichtern möchte. Möglichst oft handeln. Kaufen, verkaufen, kaufen, verkaufen. Am buy-and-hold verdient doch keiner was (ausser der Anleger selbst natürlich).

    Markettiming funktioniert nicht. Keiner ist (auf Dauer, Glückstreffer ausgenommen) schlauer als der Markt. Strategie festlegen, 100% dabei bleiben, regelmäßig nachkaufen/investieren. That's it.

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