Drei Strategien, drei Depots
Italien steht vor Bewährungsprobe

An den Finanzmärkten sorgt die wachsende Unsicherheit über die Regierungskoalition in Italien für große Unsicherheit. Bei einem Bruch sieht Kerstin Leitel bereits schwere Zeiten auf das Land zukommen.
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„Wir sind alle Silvio Berlusconi“, sagte eine Abgeordnete von Berlusconis Partei PdL. Dem stimme ich zwar nicht zu - aber offenbar andere Mitglieder der Partei. Diese drohen mit ihrem Rücktritt, sollte der frühere Regierungschef aus dem Senat ausgeschlossen werden.

Ein Senatsausschuss soll Ende nächster Woche darüber entscheiden, ob der 76-Jährige seinen Sitz im Oberhaus behalten darf. Es geht also mal wieder drunter und drüber in Italien. Der Streit gefährdet nicht nur die Stabilität der aktuellen Regierung, sondern auch den langfristigen Reformprozess, warnen Analysten. Und vor diesem Wochenende steht noch eine große Anleiheemission an, auf die die Investoren gespannt warten.

Gut, dass ich nicht in das Land investiert habe. Zwar ist die Stimmung auch hierzulande gerade etwas gedämpft, doch sehe ich dadurch keinen Anlass, etwas an meinem Depot etwas zu ändern. Der Dax wird sich mittel- und langfristig weiter aufwärts laufen, davon bin ich überzeugt.

Pattsituation unter den Anlegern

Geduld ist derzeit wohl die erste Pflicht für Trader. Seit dem Kurssprung am Montag vergangener Woche, als der Dax ein neues Rekordhoch markierte, hat der Index eine kleine Auszeit genommen. Der Chart des deutschen Börsenbarometers schwankt seitdem in einer kleinen Spanne zwischen 8580 Zählern auf der Unter- und 8780 Punkten auf der Oberseite. 

In welche Richtung wird der Dax ausbrechen? Umfragen wie der Bull/Bear-Index, die die  Stimmung der Anleger ermitteln, signalisieren eine Pattsituation. Die Zahl der Optimisten und der Pessimisten hält sich ungefähr die Waage. Offenbar hat die jüngste Diskussion um eine mögliche Zinswende viele Anleger verunsichert. Ihnen fällt offenbar eine Entscheidung schwer, ob sie jetzt Gewinne mitnehmen oder ihre Investments weiterlaufen lassen sollten.

Auch ich bin unschlüssig, in welche Richtung es geht. Doch einen rasanten Kurssturz erwarte ich nicht. Sollte der Dax unter die Marke von 8580 Punkten fallen, signalisiert die Umfrage bereits bei 8400 Zählern wieder Kaufinteresse  von Anlegern.  Doch einen Teil meiner Sprintzertifikate, mit denen ich auf einen steigenden Leitindex gesetzt habe, werde ich voraussichtlich bereits bei einem Rutsch unter die Marke von 8580 Zählern verkaufen.

Die Zeichen stehen auf Konsolidierung

Nachdem sich amerikanische und europäische Aktienmärkte in den vergangenen vier Jahren konsequent nach oben bewegt haben, könnte 2014 eine längere Konsolidierungsphase anstehen. Das glauben Experten der Fondsgesellschaft Fidelity. Erst im übernächsten Jahr dürfte sich ihrer Ansicht nach der langfristige Aufwärtstrend fortsetzen.

Den Höhenflug der Börsen vorübergehend bremsen könnten demnach ein überraschend starker Zinsanstieg – oder stagnierende Unternehmensgewinne. Auch ich halte so ein Szenario für möglich. Überbrücken ließe sich eine Durststrecke mit speziellen Derivaten, die in Seitwärtsmärkten interessante Renditen erzielen. Wie Bonus- und Discountzertifikaten zum Beispiel – einige befinden sich bereits in meinem Depot.

Darunter beispielsweise ein defensiver Discounter auf den S&P 500 (WKN: HV7CL7). Bis Ende März 2014 erzielt das Papier eine Rendite von 5,5 Prozent per annum, selbst wenn der US-Leitindex bis dahin nicht mehr vom Fleck kommt oder sogar leicht verliert. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Dollar gegenüber dem Euro nicht an Wert einbüßt. Denn das Zertifikat ist nicht währungsgesichert. Wechselkursbewegungen schlagen damit auf die Rendite durch.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

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  • Italiener totreden zu wollen, ist die Auferstehung.

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