Erholt sich die Wall Street?
US-Topmanager decken sich mit Aktien ein

Amerikanische Topmanager kauften im Januar zum ersten Mal seit 1995 mehr Aktien ihrer Unternehmen als sie verkauft haben. Die Insider-Käufe überstiegen die Verkäufe um das 1,44-Fache. Das Verhältnis deutet nach Ansicht von Marktstrategen auf ein gestiegenes Vertrauen in eine bevorstehende Rally der US-Aktien in den kommenden Monaten bis zum Jahresende hin.

HB NEW YORK. So hat August Busch III, seit 1980 Aufsichtsratsmitglied beim Telekomkonzern AT&T, im Januar für 2,27 Mill. Dollar AT&T-Aktien gekauft - seine bislang größte Order. Verwaltungsratsmitglied William Parfet vom Saatgutkonzern Monsanto stockte im Januar sogar erstmals seit acht Jahren wieder Positionen aus Aktien des eigenen Konzerns auf.

Spitzenmanager der 1 911 an der New Yorker Börse geführten Unternehmen hatten im Januar demnach für insgesamt 683 Mill. Dollar Aktien der eigenen Unternehmen gekauft. Dies geht aus Daten des Dienstleisters Washington Service aus Bethesda/Maryland hervor. "Wenn alles so schlecht aussieht, warum wohl kaufen dann gerade diese Leute Aktien der eigenen Unternehmen zu", sagte Aktienstratege Fritz Meyer von AIM Advisors in Denver im US-Bundesstaat Colorado. Schließlich hätten die Unternehmen selber die beste Übersicht über die wirtschaftlichen Aussichten.

Ähnliche Reaktionen sind in den vergangenen Jahren immer wieder mit Bodenbildungen und darauf folgenden Erholungsphasen einhergegangen: In den letzten sieben Malen, als die Insider-Käufe von Top-Managern in den USA zwischen 1988 und 1995 die Verkäufe überstiegen, schaffte der S&P-500- Index innerhalb der folgenden zwölf Monate ein Plus von durchschnittlich 21 Prozent.

Allerdings könnten Führungskräfte und Verwaltungsratsmitglieder auch die Effekte einer konjunkturellen Abschwächung auf die Unternehmensgewinne unterschätzen, mahnte Robin Hepworth von Allchurches Investment Management Services in London. Solche Insider seien den eigenen Unternehmen gegenüber "sehr treu", gab er zu Bedenken.

In Europa zeichneten die Käufe von Mitgliedern des Top- Managements ebenfalls ein verhalten positives Bild. Einer Studie der Deutschen Bank zufolge haben Insider im Dezember und Januar bei 522 Unternehmen durchschnittlich für 153 000 Euro eigene Aktien gekauft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%