Eugene Fama
Anleger wollen transparente Angebote

Furcht und Angst führen zu seltsamen Ergebnissen, hat Eugene Fama, Wirtschafts-Nobelpreisträger und Professor an der University of Chicago beobachtet. So lägen die Renditen erstklassiger Staatsanleihen durchweg unter Null. Aktien hält Fama insgesamt für überlegen.

Banken und Investmentbanken haben ernste Probleme. Allgemein erkennen wir einen Vertrauensverlust. Ohne Regierungseingriffe wären viele Institute pleite. Hoffentlich werden wir überleben, einige Institutionen werden das nicht schaffen.

Bei den Anleihen sind die Renditen von Titeln der Finanzhäuser explodiert. Keiner will dem anderen mehr langfristigen Kredit geben, nicht über Jahre, höchstens Wochen. Qualitativ gute Unternehmenspapiere sind jetzt sehr attraktiv. Aber Furcht und Angst sind sehr groß. Deshalb hatten US-Staatstitel, also jene ohne Ausfallrisiko, zeitweise negative Renditen. Real und damit nach Abzug der Geldentwertung sind die Renditen erstklassiger Staatstitel aber durchweg unter Null.

Die Preisschwankungen bei den Aktien sind extrem hoch. Die Bewertungen, gemessen an Kurs-Gewinn-Verhältnissen, sind in der historischen Rückschau sehr tief. Vor 1980 waren wir einstellig, in den Zeiten der Internetblase um die Jahrtausendwende bei rund 50. Jetzt sind wir zwischen 10 und 20. Aber die künftigen Gewinne müssen nach unten revidiert werden, so dass die Bewertungen nicht so günstig sein werden wie sie aussehen. Aber da gibt es auch ein psychologisches Problem: In den 80er und 90er Jahren wurde den Anlegern gesagt, dass Aktien höhere Erträge liefern. Per saldo halte ich Aktien aber für attraktiver als Anleihen.

Die Kreditkrise wird zu einer Konsolidierung in der Finanzbranche führen. Investmentbanken werden sich wieder auf ihre ursprünglichen Geschäftsfelder konzentrieren. Bei Hedge-Fonds glaube ich an eine Ausdünnung, weil sie ihre kreditfinanzierten Positionen zurück führen müssen. Das traditionelle Asset-Management steht dagegen vor einem Aufschwung. Die Modeprodukte werden nicht mehr gefragt sein, denn die Anleger wollen transparente Angebote.

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