Geldanlage
Aktien und Gold verlieren den Gleichschritt

Das Ende der Rezession bedeutet an den Märkten eine Rückkehr zur Normalität. Während Experten Aktien weitere Chancen zubilligen, sind sie sich über den Verlauf des Goldpreises uneinig. Die bessere Stimmung belastet vor allem die Kurse von Staatsanleihen.
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FRANKFURT. Eine historische Marktphase neigt sich ihrem Ende: Dass Aktienkurse und Goldpreis im Gleichschritt steigen und sich dabei gleichzeitig auch die Anleihemärkte sehr stark präsentieren, dürfte ab dem kommenden Jahr der Vergangenheit angehören. Als potenzielle Verlierer gelten Experten zufolge innerhalb dieses Triumvirats vor allem Staatsanleihen, während Aktien weitere Chancen zugebilligt werden. Bei Gold, das gestern ein weiteres Mal ein Allzeithoch markiert hat, gehen die Meinungen über den weiteren Verlauf auseinander.

„Überbordende Liquidität an den globalen Finanzmärkten hat die meisten Anlageklassen in diesem Jahr angetrieben“, sagt Jonathan Stubbs, Marktstratege von Citigroup in London. Die typischen Verlaufsmuster früherer Zeiten, in denen sich beispielsweise Aktien und Anleihen in der Regel konträr entwickelt haben, waren außer Kraft gesetzt. Auch der lange Jahre kaum beachtete Goldpreis, der zuletzt die Schlagzeilen beherrscht hat, profitiert davon. Allerdings eher unter umgekehrten Vorzeichen: Die Anleger kaufen Gold, weil sie sich damit gegen Inflationsgefahren absichern wollen, die die massive Verschuldung der führenden Volkswirtschaften mit sich bringen kann.

Die Erholung der Industrie beherrscht die Prognosen

Im Mittelpunkt der Marktprognosen für das kommende Jahr steht die Frage, wie schnell die Rückkehr in Richtung Normalität gehen und welche Probleme die Aufarbeitung der Krise machen wird. „Während wir bisher stets geglaubt haben, dass die Rückkehr zur Normalität schwächer als in früheren Rezessionsphasen ausfallen wird, so glauben wir jetzt an die Macht des Konjunkturzyklus“, heißt es dazu in einer Studie von BoA-Merrill Lynch. Die Experten rechnen nach dem jetzt verkündeten Ende der Rezession in der Euro-Zone dank einer starken Erholung der Industrie mit einem anhaltenden Aufwärtstrend.

Gleiches gilt für die USA, wo traditionell enorm viel am privaten Konsum hängt. Der ist zwar künftig nicht mehr der Wachstumstreiber, glauben die Experten. Das bedeutet aber nicht, dass er komplett seine Rolle verliert. Als Konsequenz für die Märkte bedeutet das einen Trend zu mehr Risiko. „Wir halten für das kommende Jahr an Risiko-Assets gegenüber risikofreien Anlagen fest“, sagt Jonathan Stubbs. Zumal risikofreie Anlagen so hoch bewertet sind wie seit 40 Jahren nicht mehr.

Speziell der Aktienmarkt gehört der Mehrzahl der Experten zufolge weiter zu den großen Profiteuren. Dabei ist aber nicht das „blinde“ Kaufen von Titeln gemeint, die in diesem Jahr schon viel an Boden gutgemacht haben. Stattdessen bieten vernachlässigte Versicherer, Technologie- und Rohstofftitel Potenzial.

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