Geldanlage-Plattform Savedo
„Hopp oder top“ bei Festgeld mit Aktien-Wette

Herkömmliche Festgeldkonten sind der Anlageplattform Savedo nicht mehr genug. Mit „Festgeld Plus“ startet sie am Mittwoch ein Angebot mit höheren Renditechancen – die Anleger wetten dabei auf vier Aktien.
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FrankfurtDie Geldanlage-Plattform Savedo erweitert ihr Geschäftsmodell. Neben Tages- und Festgeldkonten gibt es ab sofort auch das sogenannte Festgeld Plus. Das Angebot ist eine Kombination aus einem Festgeldkonto und einer Wette auf die Kursentwicklung einzelner Aktien. Die Plattform will damit Kunden erreichen, die zwar ein großes Sicherheitsbedürfnis haben, aber dennoch die Chance auf höhere Zinsen nutzen möchten. Wenn es gut läuft, können die Anleger nach einem Jahr rund drei Prozent Zinsen bekommen. Läuft es schlecht, bekommen sie gar keine Rendite.

Die Kombination aus einem Festgeld- und einem Aktien-Produkt ist nicht neu. Aktuell gibt es beispielsweise bei der Comdirect das Angebot „Fest & Fonds“, bei der Targobank „Rendite-Plus“ und die Volkswagen Financial Services wirbt mit „Kombi-Invest“. Bei diesen Produkten investiert der Anleger die eine Hälfte seines Anlagebetrags in Festgeld oder Sparbriefe. Die andere Hälfte legt er in Fonds an. Für das Festgeld bekommt er sechs bis zwölf Monate lang einen vergleichsweise hohen Zins. Beim Fondsanteil sind je nach Marktentwicklung aber auch Verluste möglich. Verbraucherschützer bewerten solche Kombinationen häufig kritisch. Sie bemängeln insbesondere die Gebühren, die auf der Fondsseite anfallen.

Das neue Angebot von Savedo ist anders aufgebaut. Hier wird der komplette Anlagebetrag als Festgeld mit einjähriger Laufzeit angelegt. Der Sparbetrag ist bis zur Summe von 100.000 Euro über die europäische Einlagensicherung garantiert. Wie viel Rendite der Anleger bekommt, hängt davon ab, wie sich ein Bündel aus vier Aktienwerten entwickelt. Zur Wahl stehen zum einen die „liquidesten Werte des Dax“ – namentlich SAP, Siemens, Bayer und BASF. Zum anderen gibt es das Bündel „Luxusautomarken“, zu denen Tesla, BMW, Ferrari und Porsche gezählt werden.

Dabei gilt das Prinzip „hopp oder top“. Für das erste Aktien-Festgeldpaket gibt es am Ende des Jahres eine Rendite von 3,15 Prozent – oder gar nichts. Im zweiten Fall werden, wenn die Wette aufgeht, 2,75 Prozent gutgeschrieben. Geht sie nicht auf, bekommt der Anleger zumindest den aktuellen Durchschnittszins deutscher Tagesgeldkonten. Voraussetzung für die Top-Rendite: Die Kurse aller vier Aktien müssen nach einem Jahr gleichgeblieben oder gestiegen sein. Ist nur der Kurs eines Papiers gesunken, wird einzig die Null- oder Mini-Rendite gezahlt.

Auch wenn die möglichen Auszahlungsoptionen potenziellen Anlegern im Vorfeld bekannt und das Angebot insofern transparent ist, so genügt es den Empfehlungen für ein Investment in Aktien nicht: Der Anlagebetrag sollte stets möglichst breit über viele verschiede Unternehmenswerte gestreut werden.

Tatsächlich werden beim Angebot von Savedo aber gar keine Aktien gekauft. Björn Jüngerkes, Geschäftsführer bei Savedo, erklärt das so: Das Produkt sei in Zusammenarbeit mit der portugiesischen Partnerbank Banco de Investimento Global (BIG) entwickelt worden. „Die BIG kauft keine Aktien, sondern tätigt im Hintergrund Optionsgeschäfte, die von der eigentlichen Kundeneinlage unabhängig sind“, erklärt Jüngerkes. Im Klartext: Die Bank wettet mit Hilfe spezieller Wertpapiere selbst auf die Kursentwicklung der ausgewählten Aktien und kann auf diese Weise höhere Renditen erzielen, als würde sie die einzelnen Aktien kaufen. Dadurch kann sie bei entsprechender Kursentwicklung die Rendite an die Kunden auszahlen.

Jüngerkes bewirbt Festgeld Plus als „attraktive Alternative für Anleger, die kein Risiko eingehen wollen“ und als „Beimischung“. Je nach Nachfrage der Kunden würden noch weitere Varianten mit anderen Aktienkörben geplant.

Tages- und Festgeldkonten über Plattformen zu eröffnen, wird in Deutschland immer beliebter, denn Banken im europäischen Ausland bieten häufig höhere Zinsen als die heimischen Institute – die sogar begonnen haben, Strafzinsen von den Anlegern zu verlangen. Die Internet-Plattformen Savedo, Weltsparen und Zinspilot haben insgesamt schon mehrere Milliarden Euro vermittelt. Die Zinssätze liegen aber nur selten über 1,5 Prozent. Savedo hat sein Geschäftsmodell bereits im vergangenen Herbst um den Handel mit Edelmetallen ergänzt. Die anderen Plattformen konzentrieren sich bisher auf Tages- und Festgeldangebote – teils mit flexibler Kündigungsfrist, teils in Fremdwährungen.

Handelsblatt-Finanzkorrespondentin Katharina Schneider.
Katharina Schneider
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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