Gewinne bei Konsumtiteln
Fondsprofis sehen Chinas Aktienmarkt im Aufwind

Der Fonds Baring Hong Kong China von Lilian Co führt das Rating der im chinesischen Raum an. Ihre Strategie gilt auch bei Experten als zukunftsträchtig. Ein anderer Fond hingegen scheint ein Auslaufmodell zu sein.

HAMBURG. Die Nerven der Anleger von China-Fonds wurden angesichts des drastischen Kurseinbruchs Ende Februar auf eine harte Probe gestellt. Besser lief es dagegen für Investoren, die auf das Können von Lilian Co vertrauen: Sie erzielte mit dem Baring Hong Kong China sogar ein Monatsplus von 0,58 Prozent, während die 52 bei Feri Rating & Research gelisteten China-Fonds mit durchschnittlich 2,31 Prozent im Minus lagen (Tabelle). Auch über zwölf Monate ließ der Fonds mit einem Wertzuwachs von 54,45 Prozent die Konkurrenz hinter sich und belegt derzeit den Spitzenplatz seiner Vergleichsgruppe. „Unsere hohen Engagements in Finanz- und Immobilienwerten wie Guangzhou R&F Properties, China Overseas Land und China Merchant Bank haben sich ausgezahlt“, erläutert Co. Der Kurseinbruch Ende Februar kam für sie nicht überraschend: „Wir haben bereits zu Beginn dieses Jahres angesichts der starken Kurszuwächse mit zunehmenden Marktschwankungen gerechnet“, sagt Co, die für 2007 einiges Potenzial an Chinas Börsen sieht: „Selbst eine Abkühlung der US-Konjunktur dürfte das Wachstum nur wenig beeinträchtigen, da Exporteinbußen durch eine mittlerweile stabile Binnennachfrage aufgefangen werden“, erklärt die Barings-Managerin.

Unternehmen, die von steigenden Konsumausgaben profitieren, gehören darum auch zu den Favoriten der Fondsmanagerin, die zudem auch auf Firmen setzt, die von zunehmenden Infrastrukturausgaben profitieren. Co nutzt das gesamte Spektrum chinesischer Aktien: So ist sie mit rund drei Prozent des Portfolios in A- und B-Aktien, die auf dem Festland notiert werden, investiert. Weitere 25 Prozent hält sie in Red Chips – Aktien von Firmen mit Sitz in Hongkong. Die dort gelisteten H-Aktien (von Unternehmen aus dem Festland) gewichtet sie mit 43 Prozent.

Ausschließlich in letzteres Aktiensegment investiert dagegen Dieter Rentsch mit dem Aquila China Quant. Er orientiert er sich an den Vorgaben eines Computermodells. Der Fonds geriet aber deutlich ins Hintertreffen: Er belegte mit einem Wertzuwachs von 6,83 Prozent über zwölf Monate den vorletzten Platz seiner Vergleichsgruppe, ähnlich schlecht sieht die Dreijahres-Bilanz aus.

Angesichts der schwachen Wertentwicklung fällt das Urteil von Werner Hedrich für diesen Fonds vernichtend aus: „Rein quantitativ gibt es kein Argument für den Kauf“, sagt der Leiter Fonds-Research bei Morningstar Deutschland. Positiv bewertet er dagegen den Baring Hong Kong China: „Lilian Co beweist stets ein gutes Gespür für Trends.“ Er rät jedoch generell eher zu Fonds, die in Südostasien und nicht nur im Großraum China anlegen, um das Risiko in Grenzen zu halten.

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