Globale Nachfrage zieht weiter an
Rohstoffe bieten Anlegern vielfältige Chancen

Derzeit bestehen gute Voraussetzungen, dass die Aufwärtsphase bei Rohstoffen noch einige Jahre anhalten wird. Der Grund dafür ist die in vielen Fällen aktuelle Verknappung des Angebots bei gleichzeitig steigender globaler Nachfrage. Doch selbst wenn sich die aktuelle Haussephase abschwächen oder eine Baissephase anstehen sollte, sind Hedge-Fonds-Manager in der Lage, positive Renditen in diesem Marktsegment zu erzielen.

PFÄFFIKON. Für Investoren sind Rohstoffe daher eine viel versprechende Anlageklasse. Neben dem zu erwartenden Preisanstieg haben Rohstoffe auch den Vorteil, sich gut zur Risikostreuung im Portfolio zu eignen. Denn ihre Preise hängen kaum von der Entwicklung am Aktien- und Anleihenmarkt ab. Außerdem können sich Anleger mit Rohstoffen gegen Inflationsrisiken absichern.

Hedge-Fonds-Managern, die auf Rohstoffe spezialisiert sind, bietet sich eine breite Palette an Investitionsmöglichkeiten – von Edelmetallen über Erdgas, Strommärkte bis hin zu Emissionszertifikaten. Stromderivate sind erst seit den neunziger Jahren auf dem Markt erhältlich. Die Handelsaktivitäten im Strommarkt wurden durch dessen Liberalisierung möglich, die in den frühen neunziger Jahren in Europa begann. Deregulierung bedeutet, dass Staatsmonopole aufgebrochen und somit Produktion und Handel den freien Marktkräften überlassen wurden. Dieser Prozess hat bis heute zu einem weitgehend deregulierten physischen Spotmarkt sowie einem Finanzmarkt für den Handel mit Strom-Futures, -Forwards und -Optionen geführt.

Noch jünger als der Strommarkt ist der Handel mit Emissionszertifikaten. Insgesamt haben bisher 41 Staaten das Kyoto-Protokoll unterschrieben, welches zum Ziel hat, die Kohlenstoffdioxid-Ausstöße bis zum Jahr 2010 um fünf Prozent unter das Niveau von 1990 zu verringern. Dabei wird jedem Land pro Jahr eine bestimmte Anzahl „Ausstoß-Bewilligungen“ in Form von Zertifikaten zugeteilt. Diese Zertifikate sind handelbar. Sollte ein Land zu wenige Zertifikate besitzen, so dass es mehr CO2 ausstößt, als ihm erlaubt ist, kann es zusätzliche Zertifikate auf dem OTC-Markt (außerbörslich) kaufen. Und ein Land, das über mehr Zertifikate verfügt als es benötigt, kann diese auf dem OTC- Markt verkaufen. Zurzeit werden rund 80 Prozent der EU-Transaktionen außerbörslich gehandelt. Ein geringerer Teil, etwa 1,4 Mrd. Euro, entfällt auf den börslichen Handel. Dieser Markt ist allerdings noch relativ illiquide.

Der Emissionsmarkt ist zwar reich an Handelsmöglichkeiten, aber auch schwierig einzuschätzen. Am 12. Mai diesen Jahres fielen die Preise für Emissionszertifikate zum Beispiel auf neun Euro, nachdem sie 2005 durchschnittlich bei 18 Euro gehandelt wurden. Die Ursache war ein deutliches Überangebot an Zertifikaten. Per 30. Juni dieses Jahres notierten die Zertifikate jedoch bereits wieder bei 15,88 Euro. Dieses Beispiel zeigt, wie schwankungsanfällig (volatil) der Emissionsmarkt ist.

Ähnlich volatil ist auch der Markt für Erdgas, dessen Preis im Juli massiv sank. Der Grund dafür: Es war bekannt geworden, dass ein Hurrikan an den USA vorbei ziehen und somit die Erdgas-Pipelines nicht gefährden würde.

Auf Grund der oft starken Kursschwankungen sollten Anleger Rohstoffe stets mit traditionellen Anlagen kombinieren.

Rainer Fritzsche ist Senior Client Relationship Manager bei Man Investments.

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