Hamburger Vermögensverwaltung Aquila erzielt mit einem Computerprogramm überdurchschnittliche Ergebnisse
Außenseiter unter den Fonds liegt in China vorn

Eine kleine Hamburger Vermögensverwaltung erzielt mit einem auf Aktienanalyse spezialisierten Computerprogramm am chinesischen Markt überdurchschnittliche Erfolge. Während der Aquila Capital China Quant mit einem Plus von 16,24 Prozent unter 47 Fonds Rang fünf belegt, büßte der Martin Currie Greater China fast zehn Prozent an Wert ein und kommt nicht über Rang 46 hinaus.

HB HAMBURG. Auf den ersten Blick scheint es ein höchst ungleiches Duell zu sein: Auf der einen Seite ein neunköpfiges Experten-Team, das mit einheimischen Mitarbeitern vor Ort bis zu 800 Unternehmen besucht. Und auf der anderen Seite eine kleine Hamburger Vermögensverwaltung, deren einzige Kompetenz-Pluspunkte für den chinesischen Markt ein auf die Aktienanalyse spezialisiertes Computerprogramm und ein ehemaliger China-Botschafter auf der Gehaltsliste sind. Doch die jüngsten Zwölf-Monats-Ergebnisse der auf den Bereich „Greater China“ spezialisierten Aktienfonds sehen den vermeintlichen Außenseiter klar im Vorteil: Während der Aquila Capital China Quant mit einem Plus von 16,24 Prozent unter 47 Fonds Rang fünf belegt, büßte der Martin Currie Greater China fast zehn Prozent an Wert ein und kommt nicht über Rang 46 hinaus.

Direkt vergleichen lassen sich die beiden China-Portfolios aber nur bedingt. Während die Manager des schottischen Investmenthauses Martin Currie außer in Hongkong, Shanghai und Shenzhen auch in Taiwan anlegen und dabei Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet weniger als drei Mrd. Dollar bevorzugen, setzen Aquila-Geschäftsführer Dieter Rentsch und Berater Konrad Seitz nur auf in Hongkong gelistete Aktien chinesischer Unternehmen. Diese H-Shares genannten Papiere dürfen anders als A-Shares bislang nicht von Inländern gekauft werden und blieben so von Spekulationsexzessen weitgehend verschont. „Im Durchschnitt werden H-Aktien derzeit lediglich mit dem zehnfachen ihres Gewinns gehandelt“, begründet Rentsch die Vorauswahl. A-Aktien seien trotz der Rückschläge der vergangenen Jahre noch immer doppelt so teuer, selbst wenn es sich um die Anteilscheine desselben Unternehmens handele. Da Rentsch über kurz oder lang mit einer staatlich verordneten Zusammenführung der beiden Klassen rechnet, sollten sich die unterschiedlichen Kurs-Ge- winn-Verhältnisse jedoch anpassen – mit entsprechenden Kursgewinnen auf Seiten der H-Aktien.

Bei der Auswahl der Einzeltitel vertraut Rentsch einem Computerprogramm, das er ursprünglich für die europäischen Aktienmärkte entwickelte: „Umfangreiche Tests haben jedoch gezeigt, dass es an den chinesischen Börsen genauso gut funktioniert.“ Dabei filtert das Programm Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite heraus, und wählt gleichzeitig Titel, die in den vergangenen Monaten durch relative Stärke überzeugten. Beide Ansätze bestimmen das Portfolio zu je 50 Prozent. „Da in den meisten Marktphasen zumindest eine der beiden Strategien gut funktioniert, verhält sich das Gesamtportfolio relativ stabil“, sagt Rentsch. Er rät Anleger in China zu langem Atem: „Kaufen, liegen lassen, Korrekturen für Nachkäufe nutzen – anders als in den USA oder Europa dürften Investoren damit in China in den kommenden zehn bis 20 Jahren viel Geld verdienen.“

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