Handelsblatt Insider-Barometer
Top-Manager spekulieren auf Hausse

Überraschung bei den Aktienkäufen deutscher Top-Manager: Obwohl der Deutsche Aktienindex (Dax) in der letzten Woche bei 7 700 Punkten ein Sieben-Jahres-Hoch erreicht hat, gibt es noch immer kein Indiz dafür, dass sich Vorstände, Aufsichtsräte oder deren nahe Familienangehörige in großem Stil von Aktien trennen.

FRANKFURT. Stattdessen regiert Gelassenheit: Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) alle zwei Woche in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking für das Handelsblatt berechnet, notierte zuletzt bei 100 Punkten und damit exakt in der Mitte des neutralen Bereichs. Gegenüber der letzten Erhebung ist es sogar leicht gestiegen. Käufe und Verkäufe der Top-Manager von Aktien des eigenen Unternehmens halten sich damit etwa die Waage. Besonders interessant ist dabei der Aspekt, dass die Insider weiter zugekauft haben, obwohl der Dax in den letzten zwei Wochen um 200 Punkte gestiegen ist. „Das spricht dafür, dass trotz der anhaltenden Kursrally kaum jemand mit einer nachhaltigen Korrektur an den Aktienmärkten rechnet“, sagt Fifam-Experte Olaf Stotz.

Gewöhnlich verhalten sich die Firmeninsider in solchen Börsensituationen wegen ihrer detaillierten Unternehmenskenntnisse entgegengesetzt zum Marktgeschehen. Je höher die Kurse steigen, desto vorsichtiger werden sie. Damit nehmen sie gewöhnlich künftige Abwärtsbewegungen vorweg. Doch davon ist im Moment nichts zu spüren. „Gegenüber dem vergangenen Erhebungszeitraum hat die Handelsaktivität der Insider insbesondere bei den Käufen zugenommen“, sagt Stotz.

Besonders auffällig sind dabei die Käufe bei den beiden Dax-Werten Commerzbank und Eon. Gleich drei Vorstände haben für über 288 000 Euro bei der Commerzbank zugekauft. Am Freitag wurde außerdem bekannt, dass auch der Ex-Vorstandschef und jetzige Aufsichtsratsvorsitzende Martin Kohlhaussen für 183 700 Euro Aktien der Bank geordert hat. Diese sind noch nicht in das aktuelle Insider-Barometer eingegangen und hätten dessen Stand leicht nach oben geschraubt.

Damit vollziehen die Top-Manager jedoch nur das nach, was am Aktienmarkt längst einhellige Meinung ist. Der Durchschnitt von 27 Analysten, die die Aktie beobachten, gibt ein eindeutiges Kaufsignal. Johannes Thormann, Analyst bei der WestLB, hat nach den jüngsten Quartalszahlen sein Kursziel für die Aktie von 44 auf 46 Euro erhöht. Damit führt er die Spitze der Optimisten an. „Ein gutes Quartal ist der Vorbote für weitere gute Quartale“, begründet er seine Entscheidung. Zuletzt notierte die Commerzbank-Aktie bei über 36 Euro.

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