Interview
„Bundesanleihen sind überbewertet“

Der Chef der Allianz-Lebensversicherung, Maximilian Zimmerer, erklärt im Handelsblatt-Interview, warum er deutsche Staatsanleihen für überbewertet hält und spricht über lohnende Anlagen und Darlehen an Unternehmen.
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StuttgartHandelsblatt: Herr Zimmerer, Sie haben privat neun Lebensversicherungen abgeschlossen. Fühlen Sie sich damit noch wohl?

Maximilian Zimmerer: Aber sicher. Eine Lebensversicherung ist doch praktisch, da gibt es Fachleute, die kümmern sich um alles, da ist die Vermögensverwaltung umsonst eingeschlossen.

Aber im aktuellen Niedrigzinsumfeld lohnt sich die Lebensversicherung doch weder für den Kunden, noch für den Versicherer.

Der Markt hat dazu seine Antwort gegeben. Im letzten Jahr lief das Geschäft ausgezeichnet. Im Brot- und Buttergeschäft, also im Neugeschäft gegen laufenden Beitrag, haben wir prozentual zweistellig zugelegt. Das zeigt, dass die Attraktivität der Lebensversicherung ungebrochen ist.

Die Zinsen und damit die Renditen sind aber sehr niedrig.

Die niedrigen Zinsen machen mir natürlich auch Sorgen - aber das trifft nicht nur die Lebensversicherung, sondern gilt genauso für andere Sparprodukte. Die Lebensversicherung ist hochattraktiv derzeit. Die Überschussbeteiligung ist zwar im letzten Jahr leicht zurückgegangen, doch die Marktzinsen sind noch stärker gesunken. Insofern ist der relative Vorsprung größer geworden.

Die Zinsen sind niedrig, Staatsanleihen nicht mehr sicher. Wo legen Sie als Versicherer Ihr Geld an?

Wir haben im vergangenen Jahr allein bei der Neuanlage eine Verzinsung von vier Prozent erreicht. Neben den stark gesunkenen Marktzinsen gibt es eine zweite Herausforderung, die wackligen Kapitalmärkte. Aktien schwanken nicht nur stark, sondern haben in den letzten 20 Jahren lediglich eine jährliche Rendite von zwei Prozent erzielt.

Insofern verzichten Sie lieber einmal auf eine Aktienrally wie im ersten Quartal?

Wir fangen jetzt sicher nicht an, deswegen die Aktienquote auszubauen. Dafür ist das Umfeld zu wackelig.

Kommentare zu " Interview: „Bundesanleihen sind überbewertet“"

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  • ..ich habe da auch einen Vorschlag, zumindestens einen wie sich jeder Bürger gegen die kommenden Enteignungen schützen kann:" Buchtipp - Freiheit durch Gold: Sklavenaufstand im Weltreich der Papiergeldkönige [Gebundene Ausgabe]
    Hans J. Bocker und auch das Buch "Vom Gelde, Valuta, Währungsnot 1921-1923 von Argentarius!"

    Zudem bieten andere reale Werte wie Silber, Kunst, alte Kfz mit Wertsteigerungssinn ebenfalls eine gewisse Absicherung.


    Bloß keine Papier-Altersvorsorgeprodukte abschließen und Schulden möglichst vermeiden. Dazu eine gute BU- und Risiko-LV!

    Ich befürchte das wird nix mehr. Einfach zu lange gewartet und dann auch noch "Falschgeld" in Umlauf gebracht.

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