Japanische Aktien im globalen Vergleich noch immer niedrig bewertet
Anleger spekulieren auf Japans Erholung

Der japanische Nikkei-Index ist am Dienstag erstmals seit August 2001 wieder über 12 000 Punkte gestiegen. Die Anleger kaufen verstärkt japanische Aktien, weil die Stimmung in den Unternehmen so gut wie seit 13 Jahren nicht mehr ist und der Inlandskonsum anzieht. Damit steigen die Hoffnungen, dass die jahrelange Dauerbaisse zu Ende ist.

TOKIO. Vor allem ausländische Investoren haben ihre Meinung über japanische Aktien innerhalb eines Jahres radikal gewandelt. Vor genau einem Jahr hatte die Sorge vor einem Zusammenbruch des japanischen Finanzsystems sie scharenweise flüchten lassen. Der Nikkei-Index der 225 wichtigsten Aktien sank auf ein 20-Jahrestief von rund 7 600 Punkten. Seither hat das Kursbarometer um fast 60 Prozent zugelegt. Nach den US-Investoren im vergangenen Jahr kaufen in diesem Jahr vor allem europäische Anleger kräftig zu. Zudem haben japanische Privatanleger das Zocken für sich entdeckt, während sich die institutionellen japanischen Investoren weiter zurückhalten. Nicht nur die größten Aktienwerte erholen sich. Auch der breiter angelegte Topix-Index steht so gut da wie zuletzt im August 2001.

Doch nun sehen die ersten Analysten vorläufig das Ende der Fahnenstange erreicht. „Die Erwartungen sind schon sehr hoch. Ich sehe kaum Möglichkeiten, sie noch zu übertreffen“, meint Stratege Kiichi Fujita von Nomura Securities. Zwar erwartet er eine anhaltende Konjunkturerholung Japans im zweiten Halbjahr durch den anziehenden Inlandskonsum und empfiehlt deshalb die Aktien von Einzelhandelsfirmen mit Markensortiment. Doch in den Kursen sei die Konjunkturerholung ebenso wie gute Firmenergebnisse zur Bilanzsaison Ende April bereits enthalten. Der Aktienexperte hält es deshalb für unwahrscheinlich, dass der Nikkei die Marke von 13 000 Punkten in diesem Jahr knackt.

Ganz anders sieht dies Aktienstratege Kenichi Azuma von Cosmo Securities. Er rechnet bereits für diesen Sommer mit 14 500 Punkten. Zunehmende Aufträge für Maschinenbauer seit anderthalb Jahren und der anziehende Privatkonsum zeigten, dass weiterer Spielraum nach oben bestehe, selbst wenn die Weltkonjunktur abkühle. Azuma setzt auf Hersteller von Digitalkameras, Produzenten von Flachbildschirmen wie Sharp sowie auf deren Zulieferer wie Beschichtungslieferant Nitto Denko oder Spezialgummi- Hersteller JSR, deren Aktien bereits stark gestiegen sind.

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