Jenseits des Kanals haben sich die Auszahlungen an die Aktionäre auch im Bärenmarkt bewährt
Britische Aktien locken mit Dividenden

Der britische Aktienmarkt bleibt für Anleger doppelt attraktiv. Erstens konnte der Leitindex FTSE (auch Footsie genannt) seine März-Schwäche trotz aller widrigen Umstände – Unsicherheit wegen Terrors, die Lage im Irak und im Nahen Osten überhaupt – überwinden. Der jüngste Anstieg des Ölpreises trieb den stark von Energiekonzernen geprägten Index eher noch weiter an. Und auch nach der gestrigen Zinserhöhung der Bank von England auf 4,25 % sowie der Erwartung weiter Anstiege bis zum Jahresende konnte sich das Kursbarometer halten. Der Footsie konnte sich über der Marke von 4 500 Punkten etablieren, ganz in der Nähe seines Jahreshochs.

LONDON. Zweitens wurde der Markt seinem Ruf als sicherer Hafen gerecht. Vor ziemlich genau einem Jahr, am Ende des langen Bärenmarktes, hatten Investoren noch weit reichende Kürzungen bei der Dividende befürchtet. Dies erwies sich jedoch als unbegründet. Einer Analyse der Großbank HSBC zufolge zahlten die Unternehmen im Schnitt 4 % mehr an Dividenden aus. Deutlich mehr als die Hälfte der Firmen aus dem FTSE-100 erhöhten die Ausschüttungen sogar um mindestens fünf Prozent. Die Dividendenrendite aus dem breiteren FTSE-All Share-Index, also die Verzinsung des Kapitals je Aktie, pendelte sich bei hohen 3,2 % ein. Das liegt im Trend der vergangenen Jahre in Großbritannien und deutlich über dem deutschen Schnitt von zwei Prozent.

„Britische Investoren erwarten einen Einkommens-Faktor bei ihren Aktien“, erklärt Analyst Andreas Johansson von der Deutschen Bank die Befindlichkeiten im Markt. Und in einem Markt mit vielen etablierten Unternehmen aus dem Banken-, Energie- und Pharmasektor kommen sie besonders auf ihre Kosten. Analysten gehen davon aus, dass britische Firmen jedes Jahr rund die Hälfte ihrer Gewinne an die Aktionäre ausschütten.

Auch wenn die Dividende in Zeiten des mehrjährigen Bärenmarktes etwas Hoffnung in depressive Depots bringen kann, sollte niemand zu stark auf Dividende oder Dividendenrendite schielen. „Viel wichtiger ist doch die Frage: Wo kommt das Wachstum der Firma her?“, sagt Robert Parkes von HSBC. So stechen der Versorger United Utilities (8,9 %) und die Großbank Lloyds TSB (7,7 %) bei der Dividendenrendite deutlich hervor. Gerade bei Lloyds erwarten Analysten jedoch eher kurz- als mittelfristig einen Rückgang der Rendite – weil die Bank wenig Wachstum erkennen lässt.

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