Jim Rogers
„Keine Blase bei Rohstoffen und Schwellenländern“

Der Investor Jim Rogers geht in Konfrontation zum New Yorker Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini. Er widerspricht Roubini, was Anzeichen einer Blasenbildung bei Gold und Schwellenländeraktien betrifft. Viele Rohstoffpreise seien von ihren Höchstständen weit entfernt.
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SINGAPUR. „Was für eine Blase?“, antwortete Rogers auf die Frage, ob er Roubinis Sicht teilt. „Es ist klar, dass Herr Roubini seine Hausaufgaben wieder einmal nicht gemacht hat“, sagte Rogers im Interview mit Bloomberg-TV in Singapur. Rogers gilt als renommierter Anlageexperte, seit er 1999 den Beginn einer Hausse an den Rohstoffmärkten voraussah.

Es war nicht das erste Mal, dass sich Roubini warnend zu Wort meldete. Bereits 2006 machte er auf die kommende Finanzkrise aufmerksam. Am 27. Oktober wandte er sich via Satellit zugeschaltet an die Teilnehmer einer Konferenz in Kapstadt in Südafrika: „Wir sehen die Mutter aller Carry-Trades“, sagte er und spielte damit auf Dollar-finanzierte Käufe von Emerging-Marktes-Aktien und Rohstoffen an. „Das Risiko liegt darin, dass wir die Saat anpflanzen für eine nächste Finanzkrise. Diese Preisblase steht in Kontrast zur schwächeren Erholung der Wirtschaft und der Finanzmärkte aus fundamentaler Sicht. Jeder spielt dasselbe Spiel, und allmählich wird dieses Spiel gefährlich“, sagte Roubini.

Bei einem Carry-Trade verschulden sich Anleger in niedrig verzinsten Währungen, um in höher verzinsliche Vermögenswerte zu investieren. Nachdem die US-Notenbank Fed die Dollar-Leitzinsen seit langem nahe an der Null-Prozent-Marke belässt, wird auch der Greenback als Finanzierungswährung für Carry-Trades immer wichtiger.

Der Leitindex für die Schwellenländer, der MSCI Emerging Markets Index, hat seit Jahresbeginn 62 Prozent zugelegt, Rohöl hat sich 47 Prozent verteuert. Der Goldpreis erreichte diese Woche ein Allzeithoch von 1 097,25 Dollar je Unze – ein Anstieg von 24 Prozent seit Januar.

Rogers widerlegt Roubinis Argumente mit dem Hinweis, dass die Notierungen für Zucker, Silber, Kaffee und Baumwolle allesamt von ihren historischen Höchstständen um mindestens 50 Prozent entfernt seien. Das treffe auch auf die Aktienkurse an Chinas Börsen zu. „Es besteht keine Blase, wenn sich etwas im laufenden Jahr um 100 Prozent verteuert, aber 70 Prozent entfernt ist vom Allzeithoch. Das ist dann ein großartiges Jahr. Vielleicht zu hoch auf Sicht eines Jahres, aber das ist keine Blase", fasst Rogers zusammen. Bloomberg

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  • beide haben recht: bei Roubini´s Superblase gehen Dax und Dow wahrscheinlich auf z.b. 15-20.000, Gold auf 5.000 und Silber auf 100. Da sind die aktuellen Stände natürlich keine blase!

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