Langfristiges Projektgeschäft birgt häufig hohe Risiken
Experten bewerten Anlagenbauer skeptisch

„Flaute“ ist für viele deutsche Anlagenbauer zurzeit ein Fremdwort. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau im Branchenverband VDMA haben 2004 mit 17,4 Mrd. Euro den höchsten Auftragseingang seit über zehn Jahren eingefahren. Für dieses Jahr wird nur ein geringfügig schwächeres Bestellvolumen erwartet.

DÜSSELDORF. An der Börse jedoch wirkt sich dieser Boom bisher kaum aus – es gibt kaum reinrassige börsennotierte Anlagenbauer. Die großen deutschen Branchenvertreter sind entweder reine Familienunternehmen wie Voith oder SMS Demag oder sie sind Teile großer Konzerne wie Lurgi oder Uhde. Die Konzerne schätzen ihre Anlagenbau-Töchter meist sehr. Denn aus den Anzahlungen für die Projekte erhalten sie einen stetigen Zufluss an Barmitteln.

Analysten dagegen schätzen Anlagenbauer weniger. Das sehr langfristige Projektgeschäft dieser Unternehmen ist häufig mit hohen Risiken verbunden. Erst bei der Abrechnung zeigt sich, ob der Auftrag den erhofften Gewinn gebracht hat. Zudem ist der Anlagenbau noch zyklischer als der allgemeine Maschinenbau. Und er bindet viel Kapital, da es sich um sehr große Aufträge handelt. Dazu sind die Margen im Anlagenbau meist geringer als bei Unternehmen, die lediglich Komponenten für einzelne Projekte zuliefern.

Eher die Stärken des Anlagenbaus zeigen sich bei Siemens. Der Bereich Automatisierung und Antriebe war 2004 der beste Ergebnisbringer des Konzerns. Auch der Bau von Kraftwerken gehört zu den Ertragsperlen. Die Engineering-Sparte I&S hat nach harten Sanierungsschritten gerade die Verlustzone verlassen. Viele Analysten sehen in diesen Industriebereichen einen guten Ausgleich zu den derzeitigen Sorgenkindern wie der Handysparte.

Gemischt ist das Bild bei ABB. Die längst verkaufte Kraftwerkssparte belastet den Konzern noch immer, da die Klagen wegen Erkrankungen durch in Heizkesseln verwendetes Asbest noch immer nicht geregelt sind. Dagegen läuft das Geschäft der beiden Sparten Automatisierung und Energieverteilung bei ABB gut. Deshalb empfiehlt Erhard Schmitt von Helaba Trust die ABB-Aktie weiter als Kauf.

Seite 1:

Experten bewerten Anlagenbauer skeptisch

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%