Musterdepots
Besser als der Profi

Der Öl-Preis stürzt ab, ein Einstieg scheint verlockend. Doch Georgios Kokologiannis betont: Eine Wette gegen den Markt ist eine Wette gegen Experten. Und Daniel Hupfer erkennt ein Muster im Weltwirtschaftswachstum.
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Wer in den vergangenen Wochen wegen der Krisen in der Ukraine und in Nahost auf steigende Ölpreise setzte, hat sich gehörig verspekuliert. Die Talfahrt der Notierungen setzt sich fort: Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete zuletzt fünf Tage in Folge deutlich weniger als einhundert US-Dollar – so günstig zu haben, war der weltweit wichtigste Rohstoff seit zwei Jahren nicht mehr.

Wundern dürften sich über diese Preisentwicklung allerdings nur Amateuranleger und Hobbyspekulanten: Schon seit dem Frühsommer signalisierten die Terminmärkte, dass Profis mittelfristig sinkende Preise erwarten. So kostete damals Öl zur Lieferung im August weniger als der Juli-Kontrakt.

Und für die folgenden Liefertermine wurde Öl Monat für Monat fast einen weiteren Dollar tiefer gehandelt. Jede Investition in Erdöl war damit eine Wette gegen den Markt.

Nach Einschätzung der meisten professionellen Rohstoffinvestoren sind die geopolitischen Risiken offenbar ausreichend eingepreist. Dazu kommt die Spekulation auf eine weiter steigende Förderung in den USA – und ein mehr als reichliches Angebot auf dem Weltmarkt. Gerade erst hat die Internationale Energieagentur IEA in Paris die Nachfrageprognose wegen einer niedrigeren Wirtschaftsleistung in China und Europa für das laufende Jahr um 150 000 Barrel täglich gekürzt.

So verlockend also der aktuell nur noch zweistellige Ölpreis auch ist: Nur wer sich anmaßt, die aktuelle Marktsituation besser einschätzen zu können als professionelle Händler, sollte ein Engagement wagen. Für das Musterdepot ist Rohöl daher weiterhin keine Option.

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