Musterdepots
Chancen und Risiken am Anleihemarkt

Ist es aktuell klug, in Unternehmensanleihen zu investieren? Die Musterdepotstrategen Sönke Niefünd und Alexander Kovalenko geben auf diese Frage unterschiedliche Antworten. Die Handelsblatt-Musterdepots.

FrankfurtDie im MDax notierte Evonik Industries AG hat eine Anleihe im Volumen von bis zu 1,9 Milliarden Euro begeben. Insgesamt wurden drei festverzinsliche Tranchen mit Laufzeiten von 4,5 Jahren, acht Jahren und zwölf Jahren emittiert. Die Rendite der 4,5- jährigen Anleihe beläuft sich auf 0,05 Prozent. Im Vergleich dazu ist die 30-jährige Bundesanleihe aktuell mit einer Rendite von 0,48 Prozent wieder attraktiv.

Dennoch: Alle deutschen Staatsanleihen mit bis zu zehn Jahren Laufzeit rentieren im Minus. Wer heute eine zweijährige Bundesanleihe kauft und sie bis zur Fälligkeit hält, macht damit einen Verlust von 0,63 Prozent, bei fünfjährigen Papieren sind es 0,5 Prozent. Bei zehnjährigen Bundesanleihen ist lediglich eine Rendite von 0,04 Prozent zu erzielen.

Diese Entwicklung wirft die Frage auf, ob Unternehmensanleihen noch attraktiv sind oder Investoren besser nach Alternativen Ausschau halten sollten.

Wir plädieren aus folgenden drei Gründen weiterhin für diese Anlageklasse. Erstens schafft die EZB mit ihrem Corporate Sector Purchase Programme (CSPP) eine neue Nachfrageseite im Unternehmensanleihenmarkt. Wird das aktuelle Kauftempo beibehalten, dürfte die EZB in zwei Jahren schon rund zehn Prozent aller in Euro notierenden Unternehmensanleihen halten.

Zweitens ist das Kreditrisiko bei Investmentgrade-Unternehmensanleihen relativ gering. Nach unserer Einschätzung sind diese für uns nach wie vor attraktiv.

Drittens steigt die Zahl der Anleiheemissionen. Zahlreiche Unternehmen nutzen die niedrigen Zinsen am Anleihenmarkt für günstige Refinanzierungen und Akquisitionen.

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