Musterdepots
Chinas Wachstum nicht überbewerten

Chinas Wirtschaft wächst nicht mehr so rasant wie früher. Dennoch beträgt die Wachstumsrate mehr als sieben Prozent. Alexander Kovalenko und Daniel Hupfer halten das für mehr als ausreichend und raten zur Besonnenheit.
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Die chinesische Wirtschaft ist 2014 lediglich um 7,4 Prozent gewachsen und verzeichnete damit das schwächste Wachstum seit 24 Jahren. Erstmals seit 1999 wurde die Vorgabe der Zentralregierung für das Wachstum verfehlt. Ministerpräsident Li Keqiang wurde mit den Worten zitiert, dass der Abwärtsdruck auf die chinesische Wirtschaft auch im laufenden Jahr signifikant bleiben wird.

Wir rechnen bereits seit einiger Zeit damit, dass die Ära mit kontinuierlich zweistelligen Wachstumsraten unwiederbringlich vorbei ist, da China einen strukturellen Wandlungsprozess begonnen hat, um auf Entwicklungen wie zum Beispiel den demographischen Wandel zu reagieren. Die gute Nachricht ist, dass der Arbeitsmarkt künftig kein Wirtschaftswachstum von acht Prozent mehr benötigen wird, damit die Arbeitslosenquote niedrig bleibt.

Auch der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose für China nach unten revidiert und erwartet für das laufende Jahr aktuell nur noch ein BIP-Plus von 6,8 Prozent (vormals 7,1 Prozent). Dies ist unseres Erachtens zwar immer noch etwas zu optimistisch, eine deutlich stärkere konjunkturelle Abkühlung in China erwarten wir allerdings nicht.

Sollte das Wachstum anders als erwartet deutlich schwächer ausfallen und unter die Schwelle von sechs Prozent fallen, dann drohen zunehmend negative Effekte auch auf die deutschen Unternehmen, die traditionell stark im Reich der Mitte engagiert sind. Wir verfolgen die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft daher eng. Aktuell sehen wir jedoch keinen Handlungsbedarf und belassen unser Portfolio zunächst unverändert.

Kommentare zu " Musterdepots: Chinas Wachstum nicht überbewerten"

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  • Herr Kokologiannis, sind Sie mit den 10.800 beim Reverse nicht zu "optimistisch", dass der Dax nicht nach oben übertreiben wird? Das wird eng.

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