Musterdepots
Das Verlustrisiko ist so hoch wie selten

Die Dax-Anleger haben viel Vertrauen in steigende Kurse – zu viel, findet Georgios Kokologiannis. Ein Indikator zeigt, weshalb Anleger ihren Optimismus zügeln müssen. Die Musterdepots im Überblick.
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Das Verlustrisiko am deutschen Aktienmarkt ist so hoch wie selten zuvor. Darauf deutet ein Indikator der Beratungsfirma Sentix hin, die Daten zum Anlegerverhalten analysiert und daraus Schlüsse für die Börsenentwicklung zieht. Der „Overconfidence Index“ für den Dax sei nicht mehr weit von seinem theoretischen Maximum entfernt, warnen die Experten

Seit 2011 ist dies nur fünf Mal geschehen. Danach sei es aber stets zu einer Erschöpfung der Rally gekommen – oder zu einem starken Kursrückgang. Hohe Indexwerte zeigen an, dass Anleger dazu tendieren, übermäßige Positionen aufzubauen. Nach einem solchen Warnsignal habe der Dax in der Vergangenheit im Schnitt 3.7 Prozent über die nächsten zwölf Wochen verloren.

Daher sollte dieses Vorzeichen nach Einschätzung der Fachleute von Sentix ernst genommen werden. Gerade auch unter Berücksichtigung eines aktuell fallenden Grundvertrauens der Anleger in Aktien - trotz weiter steigender Kurse. Zuletzt haben sie den deutschen Leitindex auf ein neues Jahreshoch bei knapp 12.000 Punkten getrieben.

Das Musterdepot ist derzeit auf ein Auslaufen der zweitlängsten Börsenrally aller Zeiten ausgerichtet. Selbst gegen eine kräftigere Korrektur ist das Portfolio vollständig abgesichert. Mehrere Reverse-Bonuszertifikate kompensieren in diesem Szenario die Verluste anderer Positionen.

Davon scheinen die meisten Investoren derzeit nicht auszugehen. Darauf zeigt etwa der Blick auf ein spezielles Barometer: Der VStoxx-Index misst die von Investoren erwartete Nervosität am europäischen Aktienmarkt und ist bis in das unterste Fünftel seiner langjährigen Handelsspanne gesunken.

Kommentare zu " Musterdepots: Das Verlustrisiko ist so hoch wie selten"

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  • Sehr geehrter Herr Kokologiannis,

    erinnern Sie sich noch, wie Sie am Montag die Sentiment-Umfragen des Analysehauses Animusk vorgestellt haben? Erinnern Sie sich noch an Ihre Überschriften "Es droht nur ein kleiner Ausverkauf" und "Warum kein Absturz am deutschen Aktienmarkt bevorsteht". Erinnern Sie sich auch noch an Ihre Begründung: "Die meisten Investoren erwarten nun einen Rückschlag. Nie war die Erwartung in den zurückliegenden zwei Jahren so pessimistisch wie derzeit". Erinnern Sie sich auch daran, dass sie die hohe Absicherung institutioneller Investorenn herausgestellt haben weil sie einen Absturz verhindert?

    Einen Tag später, am Dienstag, stellen Sie dann die Meinung der Beratungsfirma Sentix vor. Nun erfahren Ihre Leser von einem "Overconfidence Index" der besagt, "Das Verlustrisiko ist so hoch wie selten".

    Ein Redakteur ist selbstverständlich nicht dafür verantwortlich, dass die Umfragen zweier Analysehäuser zu diametral unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Aber es kann auch nicht angehen, dass er zu diametral unterschiedlichen Umfrageergebnissen einfach nur schweigt. Dass er sich sich an seine eigene Präsentation des Vortages Vortages nicht erinnern möchte.

    Gewiss, es gibt noch viel schlimmere Beispiele. Ich denke dabei an Ihre Kollegen, die kein eigenes Argument und keine eigene Meinung haben. Die bei jedem Thema nur einige Banker anrufen und mit deren Zitaten die Seiten füllen.

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