Musterdepots
Die harten Regeln des Rentenmarkts

Knapp zwei Monate ist es her, dass der Dax sein fabulöses Allzeithoch erreicht hat. Seit dem hat sich auf den Märkten einiges geändert. Das zeigen vor allem die Anleihen. Daniel Hupfer prüft althergebrachte Weisheiten.
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Zwei Monate ist es her, dass die Welt für die meisten Kapitalanleger in schönster Ordnung war: In der ersten Aprilhälfte erreichten der Dax mit mehr als 12.300 und der Euro Stoxx 50 mit gut 3.800 Punkten ihre bisherigen Jahreshöchststände. Zugleich gingen die Renditen für Staats- und Unternehmensanleihen kontinuierlich zurück, sodass diese Papiere zum Teil erhebliche Kursgewinne aufwiesen. Dabei galt folgende Regel: Je länger die Restlaufzeit der Anleihen, desto besser die Wertentwicklung.

Für zehnjährige deutsche Bundesanleihen ging die Rendite zwischenzeitlich auf 0,05 Prozent zurück, die positive Wertentwicklung seit Jahresbeginn lag in der Spitze bei etwa fünf Prozent. Auch wir hatten in unserem Depot vom Renditerückgang deutlich profitiert. So lagen die von uns gehaltenen Anleihen und Anleihefonds zwischenzeitlich über fünf Prozent im Plus. Mit der scharfen Korrektur beträgt das Plus nunmehr nur noch etwa ein Prozent.

Im Nachhinein kann man sich natürlich darüber ärgern, die Gewinne auf einigen Positionen nicht realisiert zu haben. Allerdings gab es den vergangenen Jahren einige Marktphasen, bei denen man davon ausgegangen war, dass die Renditen nicht weiter fallen werden und eine Gewinnmitnahme sinnvoll erscheint. Im Nachhinein hätte man sich jedes Mal geärgert, denn die Renditen sind bekanntermaßen weiter gefallen.

Trotz der aktuellen Konsolidierung können langfristige Kapitalanleger mit Schwerpunkt auf Zinspapieren weiterhin erhebliche Wertzuwächse aufweisen. Anleger sollten die aktuelle Marktphase in diesem Kontext betrachten, statt ausschließlich auf die Kalenderjahre zu schauen. Aus unserer Sicht haben sich die fundamentalen Daten, die für ein geringes Zinsniveau sprechen, nicht verändert. Wir glauben daher, dass lange Restlaufzeiten bei Anleihen nach wie vor opportun sind.

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