Musterdepots
Die Staatspleite kann ein Befreiungsschlag sein

Griechenland hält die Börsen weiterhin auf Trab. Auch die Autoren der Musterdepots blicken mit Sorge auf das pleitegefährdete Land. Alexander Kovalenko sieht in der derzeitigen Lage aber auch Licht am Ende des Tunnels.
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Die Staatspleite Griechenlands sowie der Austritt des Landes aus der Euro-Zone sind nach dem Scheitern der Verhandlungen am Wochenende zum wahrscheinlichsten Szenario geworden. Die Reaktion der Aktienmärkte fiel am Montag allerdings relativ moderat aus. Die Börsen haben zwar mit einem deutlichen Abschlag zu den Schlusskursen vom Freitag eröffnet, ein richtig großer Ausverkauf blieb aber aus.

Es scheint wirklich so zu sein, dass Klarheit – eine Böse oder eine Gute – für die Marktteilnehmer wichtiger ist als eine ewig dauernde Hängepartie. Darüber hinaus betonen die Volkswirte sowie die Unternehmensvertreter immer wieder, dass die realwirtschaftlichen Folgen eines Grexits sehr überschaubar sind. Was die Staatsverschuldung des Landes betrifft, ist die Situation im Grunde genommen ebenfalls nicht tragisch. Mehr als 50 Prozent der Forderungen werden von der EZB, dem IWF und der „Rettungsschirm-Organisation“ EFSF gehalten. Eine mögliche Abschreibung auf griechische Anleihen wäre für die Organisationen verkraftbar beziehungsweise hätte keine fatalen Folgen.

Wirklich Sorgen sollte man sich vor allem in Bezug auf eine Ansteckungsgefahr machen. Die Regierungen und die EZB haben jedoch mehrmals betont, dass sie mit aller Kraft und allen verfügbaren Instrumenten dagegen vorgehen würden. Richtig problematisch sind aus kurzfristiger Sicht die Staatspleite und der Grexit für Griechenland selbst.

Auf der anderen Seite könnte dadurch das größte Problem des Landes – eine sehr niedrige Wettbewerbsfähigkeit – durch die unvermeidliche Abwertung einer wiedereingeführten Nationalwährung mittelfristig gelöst werden. In der Welt- und Finanzgeschichte gab es diesbezüglich bereits mehrere Beispiele. Eine Staatspleite kann einen Befreiungsschlag und einen erfolgreichen Neuanfang darstellen. Griechenland könnte zu einem ähnlichen Beispiel werden.

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