Musterdepots
Draghis Worte verheißen Ausverkauf

Der Chef der Europäischen Zentralbank hat durch seine Aussagen am Mittwoch ein Beben an den Rentenmärkten ausgelöst. Angesichts des Ausverkaufs stellen sich unserer Autoren auf noch mehr Kursschwankungen ein.
  • 0

Auch heute hält der Verfall an den Rentenmärkten an und die gestrige EZB-Pressekonferenz sorgt für keine Beruhigung an den Anleihemärkten. Draghis Aussagen, dass die aktuellen Renditen der Staatsanleihen es der EZB ermöglichen auch Anleihen mit kürzer Laufzeit zu Erwerb, sind keine guten Argumente langlaufende Anleihen zu erwerben. Gestern Nachmittag deuteten sich erste Stabilisierungstendenzen beim Bundfuture an, aber heute Morgen nahm der Druck wieder zu.

Dabei verloren sowohl die deutschen Staatsanleihen als auch die Staatspapiere der Peripherie an Wert. Aus unserer Sicht fällt aber zudem auch auf, dass die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen in den vergangenen Wochen positiv war. Leider bedeutet das, dass sich sowohl Aktien als auch Anleihen negativ entwickelt haben.

Das Portfolio profitiert daher nicht von einer Diversifikation zwischen diesen Asset-Klassen. Somit fällt es uns schwer, heute eine entsprechende Entscheidung für Veränderungen im Portfolio zu treffen. Die Alternative, Teile des Kapitals als Kontoguthaben zu führen, ist für uns keine Option. Somit folgen wir dem Rat von Mario Draghi und halten die erhöhte Volatilität im Portfolio aus.

Schwankungen an Anleihemärkten sind ein durchaus bekanntes Phänomen. Wir haben vor diesem Hintergrund den japanischen Anleihemarkt über einen sehr langen Zeitraum untersucht. Der primäre Trend der Renditen war deutlich nach unten gerichtet. Allerdings gibt es Jahre wie 1998 oder auch 2003 in denen die Renditen auch innerhalb kürzester Zeit gestiegen sind. Die Erkenntnis war aber in allen Fällen; wer die Volatilität erdulden konnte, wurde mit Kursgewinnen bei den Anleihen in den darauffolgenden Monaten belohnt.

Kommentare zu " Musterdepots: Draghis Worte verheißen Ausverkauf"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%