Musterdepots
Kurstreiber Notenbanker

Von Anleihen bis Indexfonds horten die großen Notenbanken der Welt Vermögenswerte. Das lässt die Kurse kräftig steigen. Wer jetzt erfolgreich anlegen will, sollte wissen, die Marktnanipulationen zu interpretieren.
  • 0

FrankfurtWer an den Kapitalmärkten erfolgreich „investieren“ möchte, muss im Prinzip nur richtig prognostizieren, wie lange die Notenbanken ihre Marktmanipulationen noch ungehindert fortsetzen können – bevor den Blasen am Aktien-, am Anleihen und am Immobilienmarkt die Luft ausgeht. Allein in diesem Jahr weiten die zehn wichtigsten Zentralbanken der Welt ihre Bilanzen so stark aus wie seit 2011 nicht mehr.

Inzwischen besitzen sie laut Bloomberg Vermögenswerte im Volumen von unvorstellbaren 21,4 Billionen Dollar. Allein seit 2007 sind die Bilanzen dabei um mehr als 15 Billionen Dollar aufgebläht worden. Das hat dazu geführt, dass erstmals in der Wirtschaftsgeschichte sämtliche bedeutende Anlageklassen der entwickelten Volkswirtschaften gleichzeitig auf Rekordniveaus getrieben worden sind.

An der weltweit richtungsweisenden Wall Street lässt sich besonders eindringlich aufzeigen, wie sehr sich etwa die Aktienkurse von der wirtschaftlichen Realität abgekoppelt haben: Nach mehr als siebeneinhalb liquiditätsgetriebenen Haussejahren liegt die Marktkapitalisierung der US-Unternehmen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt bei 121 Prozent.

Zum Vergleich: Bevor die US-Notenbank Fed unter ihrem damaligen Vorsitzenden Alan Greenspan ab Mitte der 90er-Jahre damit anfing, immer hemmungsloser mit aus dem Nichts geschaffenen Zentralbankgeld die Börsen aufzupumpen, lag der Wert fast zwei Drittel niedriger – jahrzehntelang.

Unter der Ägide von Greenspanns Nachfolgern Ben Bernanke und jetzt Janet Yellen ist das Verhältnis nach knapp 97 Monaten mit de facto kostenlosem Fed-Geld für die Banken vollends eskaliert. Nie hatte Geldanlage weniger zu tun mit der Entwicklung fundamentalen Wirtschafts- und Unternehmensdaten.

Kommentare zu " Musterdepots: Kurstreiber Notenbanker"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%