Musterdepots
Ölpreis fällt, Rendite steigt

Wetten auf den weiteren Verlauf des Öl-Preises sind nur etwas für Spekulanten? Falsch gedacht! Selbst defensiv ausgerichtete Porfolios greifen zu dieser Anlageoption. Auch unsere Musterdepots-Experten werden nun aktiv.
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Der massive Preiseinbruch von Erdöl lenkt mittlerweile nicht nur das Interesse spekulativ orientierter Investoren auf sich. Auch für eher defensiv ausgerichtete Portfolios wird der Rohstoff zur Anlageoption.

So hat nun auch die DZ Bank ihrem vielbeachteten Musterdepot ein Öl-Investment beigemischt: Ein Zehntel des Gesamtkapitals setzen die Strategen des Finanzinstituts auf ein spezielles Zertifikat, das sich auf die Preisentwicklung von Öl der Nordsee-Sorte Brent bezieht. Finanziert wird der Kauf, indem die DZ-Banker den Anteil an europäischen Staatsanleihen reduzieren.

Auch im Handelsblatt-Depot befindet sich seit kurzem ein geringer Anteil an Öl-Zertifikaten, den ich in den kommenden Tagen deutlich erhöhen werde, falls die Notierungen noch etwas weiter nachgeben. Aus ähnlichen Gründen wie die Experten der DZ-Bank halte ich den Preiskollaps um fast 50 Prozent seit Juni inzwischen für deutlich übertrieben.

Die Analysten bezweifeln, ob sich die wichtigsten Rahmenbedingungen für die Preisentwicklung bei Rohöl in den vergangenen Wochen derart geändert haben, das sie die Größenordnung des aktuellen Preisverfalls rechtfertigen. So sei etwa die (geo-)politische Situation in einigen wichtigen Förderländern nicht so entspannt, wie es der Preisverfall signalisiert.

Des Weiteren könne die Argumentation, dass der Ölpreis abrutscht, weil sich die Weltkonjunktur abschwächt, „schnell selbst negieren“ –  denn der Ölpreisverfall dürfe nennenswerte konjunkturelle Schubkraft erzeugen. Was ebenfalls für wieder anziehende Notierungen spreche: China habe in den vergangenen Jahren regelmäßig die Ordermengen erhöht, wenn die Rohstoffpreise auf temporäre Tauchfahrt gingen.

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