Musterdepots
Was Unternehmensgewinne Anlegern verraten

Die US-Bilanzsaison ist in vollem Gange. Da lohnt sich ein Blick auf die Unternehmensgewinne, meint „Handelsblatt”-Autor Daniel Hupfer. Was Anleger aus ihnen lesen können.

Die Entwicklung der Unternehmensgewinne ist zumindest mittel- bis langfristig der wohl wichtigste singuläre Einflussfaktor für die Kurse börsennotierter Unternehmen. Da die Ertragslage der Unternehmen vor allem vom wirtschaftlichen Umfeld, in dem sich das Unternehmen bewegt, beeinflusst wird, liegt es nahe, dass versucht wird, aus den makroökonomischen Tendenzen Schlussfolgerungen für die Unternehmensgewinne zu ziehen.

Da die Konjunkturentwicklung in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 alles andere als verheißungsvoll verlief, ist es auch nicht verwunderlich, dass sich dies in verhaltenen Gewinnprognosen der Unternehmensanalysten widerspiegelt.

Dass sich die Weltleitbörse, der US-amerikanische S&P 500, seit gut einem Jahr seitwärts bewegt und die Marke von 2.000 Punkten bislang nicht nachhaltig überwinden konnte, hat auch sehr viel damit zu tun, dass die Unternehmensgewinne seitdem auf der Stelle treten. 

Dies lässt sich insbesondere an den rollierenden Gewinnerwartungen für die nächsten zwölf Monate erkennen, die seit Anfang 2015 um den Wert von rund 125 Indexpunkten schwanken. Seit dem 2. Quartal 2015 befinden sich die Firmengewinne sogar im Rückwärtsgang. Gegenüber dem Vorjahresquartal sind sie jeweils leicht gesunken, sodass von einer sogenannten Gewinnrezession gesprochen wird.

Die Abwärtstendenz wird, sofern die Unternehmensanalysten mit ihren Schätzungen recht behalten, im 1. Quartal 2016, also mit der aktuellen Berichtssaison, ihren Höhepunkt erreichen und spätestens im 3. Quartal 2016 beendet sein, sofern es nicht in der Zwischenzeit zu neuen makroökonomischen Schocks kommt.

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